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Gebrauchsgegenstand soll geschmückt oder, wie unsre Kunstgewerbtreibenden so schön sagen, mit einem „dekorativen Schmuck" versehen sein. Das ist aber keine leichte Aufgabe, und in den meisten Fällen wird sie denn anch höchst unbefriedigend gelöst. In uusern Schaufenstern stehen Berge von Geschmacklosigkeit aller Art; wer soll das nur kaufen? frage ich mich täglich, ich möchte es ja nicht geschenkt haben. Da hilft man sich denn mit Inschriften, das ist der billigste „dekorative Schmuck." Da entstehen dann diese Rückenkissen mit „Ruhe sauft!" und diese Schlummerrollen niit „Nur ein Viertelstündchen!", diese Klammersäcke mit „Gut Wetter!" und diese „Tischläufer" mit „Guten Appetit!", da entstehen anch diese Schränkchen und Kästchen, die einem zurufen: „Ich bin nämlich der Eierschrnnk, und ich der Wichs- kastcn!" Mich schüttelts, wenn ich dergleichen sehe. Meisenbach überall!
Litteratur
Die politische» Reden des Fürsten Bisinarck. Historisch-kritische Gesamtausgabe besorgt von Horst Kohl. Stuttgart, Cottaische Buchhandlung. 2. Bd. 1863 bis 1865 (1892). 3. Bd. 1866 bis 1868 (I89S). 4. Bd. 1863 bis 1870. 5. Bd. 1871 bis 1873. 6. Bd. 1873 bis 1876. 7. Bd. 1877 bis 1879. 8. Bd. 1879 bis 1831 (sämtlich 1893)
Diese große, nach Anlage und Ausstattuug wahrhaft mustergiltige, monumentale, des gewaltigen Mannes würdige Ausgabe, deren erster Band in diesen Blättern schon 1892 (2. Quartal, S. 499 ff.) ausführlich besprochen und gewürdigt worden ist, hat im vergangnen Jahre so schnelle Fortschritte gemacht, daß ihr die Kritik kaum folgen konnte, und wir es nns auch hier versagen müssen, auf den Inhalt näher einzugehen, denn das würde eine Geschichte der dentschen nnd preußischen Politik von 1862 bis 1381 bedeuten. Die Ausgabe bringt hier, wo es sich um die Reden eines leitenden Ministers im preußischen Landtage, im norddeutschen und deutschen Reichstage, im Zollparlament nnd im preußischen Vvlkswirtschafts- rate, zuweilen auch im Bundesrate handelt, zunächst die Reden Bismarcks, dann aber auch sämtliche Thronreden aus dieser Zeit, die zwar nicht von Bisinarck, aber doch unter seiner Verantwortung gehalten worden sind; sie fügt ferner nicht nur alle Zwischenrufe u. dgl. hinzu, sondern bruchstückweise oder im Auszuge auch die Redeu andrer, giebt i« den Anmerkungen historische nnd andre Nachweise und endlich zu den einzelnen größern Abschnitten knappe, streng sachlich gehaltne historische Einleitungen, so eine über die Vorgeschichte des preußischen Konflikts seit 1362, eine andre über die Entstehung des Krieges von 187V (die der Fürst selbst durchgesehen und eigenhändig korrigirt hat, und die, beiläufig bemerkt, sehr geeignet ist, das läppische oder boshafte Geschwätz über die sogenannte „Fälschung" der Emser Depesche ins richtige Licht zn stellen) u. s. f. Beigefügt sind ferner die Ansprachen beim Empfange der Reichstagsdeputation in Versailles am 18. Dezember 1370, die Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871, Aktenstücke zur Vorgeschichte oder zur Erläuterung der französischen Kriegserklärung, des sogenannten Kulturrampss, der Steuer- uud Wirtschaftspolitik it. a.' m., dann die kirchenpolitischen Gesetze nach der Regierungsvorlage und den Beschlüssen des preußischen Landtags, das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober l378 n. dgl. Eine sorgfältige Inhaltsangabe der einzelnen Reden des Fürsten