Beitrag 
Der Tierschutz
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

Lin deutscher Dichter der Reforincitionszeit

wenden, zumal da er überzeugt ist, daß er in dieser Frage auch von deu Ticrschutzvercinen fernstehenden Kreisen unterstützt wird. Lange allerdings will nur die Wvrteroh,"boshaft" undöffentlich" streichen, dagegen Ärgernis erregend" beibehalten, weil er fürchtet, man könne sonst auch die Qualbcreitungen bestrafen, die einen von der menschlichen Gesellschaft gebilligten Zweck verfolgen. Hippel wünscht die Fassung:Mißhandlung von Tieren wird mit Geldstrafe bis zn 300 Mark oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft." Hornicke (Die Tierquälerei im Lichte der Ethik und des Gesetzes. Kölnische Zeitung) ist ebenfalls für den Wegfall der genannte» Worte und will die vorsätzliche nnd böswillige Tierquälerei unter den Begriff der Ver­gehen gestellt wissen.

Kurz, es zeigt sich in den letzten Jahren eine tiefgehende Bewegung für die Abänderung des Tierschntzparagraphen, sodaß zu erwarten ist, daß auch die Gesetzgebung der Frage näher treten werde.

Ein deutscher Dichter der Reformationszeit

von Adolf Stern

udwig Uhland hat in seinen Vorlesungen überGeschichte der deutschen Dichtkunst im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert" da, wv er von der deutschen Dichtung des Nesormativnsjahr- huuderts spricht, eiu schönes Gleichnis gebraucht. Er sagt: Ein nordisches Heldenlied erzählt, wie der Jüngling Helgi, vom Stamme Odins entsprossen, einst, um sich vor seinen Feinden zu retten, die Kleider einer Magd anzog und die Handmühle trieb. Aber scharf leuchteten seine Augen, die Steine brachen, die Mühle zersprang. So werden wir das Götterkind, die Poesie, anch noch in ihrer Dienstbarkeit am leuchtenden Auge und der augestammteu Kraft erkennen, und zuweilen wird sie, die Verhüllung abwerfend, in ungetrübtem Glänze vor uns stehen." So oft wir durch die Darstellung eines Dichterlebens der kämpf- und getümmelvollen Zeit, durch die Nenheransgabe deutscher Dichtungen ans den Tagen Luthers und den schlimmern Tagen der Konkordienformel und der beginnenden Gegenreformation wieder unmittelbar in dieses bewegteste und für die Zukunft unsers Volkes entscheidendste Stück der deutscheu Vergangenheit zurückversetzt werden, fühlen wir auch, daß neben der fichtbaren Verschiedenheit des sechzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts ein geheimer Zug der Verwandtschaft zwischen ihnen