Der Tierschutz
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Menschheit für den Bau der Glaubensbnrg, in der sich alle emporstrebenden Geister der künftigen Menschheit zusammenfinden werden, zusammengetragen und festgelegt hat. Nicht als ob eine künftige Mensch heitsreligion die nationalen Religionen überflüssig machen müßte. Im Gegenteil, diese werden erst vollkommen werden durch die gegenseitige Befruchtung, die der innige Geistesverkehr der Nationen, den wir von der Znknnft hoffen, mit sich bringen muß. Doch das hat noch gute Wege.
Nachdem sich somit die Unmöglichkeit des von den Ethikern erstrebten Endzustandes ergeben hat, wird mancher Leser erwarten, daß wir nun die ethische Bewegung völlig verurteilen. Davon find wir weit entfernt. Die große Bedentnng, die die ethische Bewegung unzweifelhaft hat, besteht darin, daß sie überhaupt da ist. Sie ist ein höchst bezeichnendes Anzeichen für das Borhandensein eines starken Bedürfnisses uach religiöser Erneuerung in unsrer Gesellschaft. Freilich ist es zugleich für die Flachheit dieser Gesellschaft und die allgemeine Verzagtheit in Sachen der Religion bezeichnend, daß man sich damit begnügt, die für das „praktische" Leben notwendiger erscheinende Folgeerscheinung zu erstreben statt der Grnudbedingnng, ohne die diese nicht möglich ist. Bezeichnend wäre es auch für die heutige Kirche, wenn solche Eingriffe in ihr Gebiet sie aus ihrer Starrheit nicht aufzurütteln vermöchten und ihr nicht zum Bewußtsein brächten, daß sie nicht die erstorbne Hülle des Christentums darzustellen hat, sondern die lebendige Fülle wieder in freie Wirksamkeit setzen muß. Denn eine andre religiöse Erneuerung bei uns als ciue solche des Christentums ist undenkbar. Über die christliche Auffasfung des Zwanges der Naturgesetze als der das Weltall zusammenhaltenden ewigen Liebe vermag keine andre hinauszugehen. Freilich kann die Erneuerung nicht durch Synodalbeschlüsfe „gemacht" werden, sie bleibt vielmehr der That des Genies vorbehalten. Doch diese That braucht allerlei Vorarbeiten und vorbereitende Thaten, und unter diesen steht mich die Gründung der ethischen Gesellschaft.
Der Tierschutz
^. Einleitung und Geschichte
ie oft hört man, wenn von Tierschutzvereinen die Rede ist, ablehnende und scharfe Worte! Die Vereine seien überflüssig, ihre Bestrebungen sentimental, ihre Mitglieder Phantasten. Solche Urteile sind aber nur aus der Unkenntnis des Publikums zu erklären, über die man sich übrigens nicht zu wundern brancht, wenn mau bedenkt, daß sowohl die Tagespresse wie periodische Zeitschriften
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