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572 Gervinus Selbstbiographie

mannsberuf, einzuführen; damit könnte zugleich eine genaue Bestimmung ver­bunden werden, wie viel Ausländer ein Schiff als Matrosen annehmen darf. Das zweite Mittel ist die staatliche Unterstützung der Hochseefischerei; hierdurch allein ist Frankreich imstande seine große Flotte jederzeit vollzählig zu be­mannen. Die französische Island- uud Neufnndlandfischerei ist die Pflanz­statte der tüchtigsten Kriegsschifsmatrosen. Wenn Deutschland dieses Beispiel in einer für uusre Verhältnisse passenden Weise nachahmte, so könnte es damit nicht nur eine große Zahl tüchtiger Seeleute erziehen, sondern auch die darauf verwendeten Kosten dadurch decken, daß nicht mehr Millionen dem Auslande für Seesische gezahlt zu werden brauchten, die wir nns dann selbst fangen würden.

Diese Andeutungen mögen genügen. Wenn erst die Schiffe da sein werden, dann wird auch der Bedarf an Mannschaften gedeckt werden. Krupp baut heutzutage Schnellfeuerkanonen mittlern Kalibers für Kreuzer, die gerade halb so viel Bedienungsmannschaft fordern, wie die alten Geschütze gleichen Kalibers auf unsern alten Kreuzerkorvetten. Auch durch deu Wegfall der Takelung wird ans den neuen Kreuzern eine große Kopfzahl gespart. Wenn nur die Geldfrage ihre Lösung findet, an den Seeleuten wird es uicht fehlem

Gervinus Selbstbiographie

wei Jahrzehnte nach dem Tode von Georg Gervinus und bald nach dem Abscheiden seiner Witwe, Frau Viktoria Gervinus, geborner Schelver, tritt die Selbstbiographie, die der Historiker und Literarhistoriker im Jahre 1860 niedergeschrieben, seiner Frau gewidmet und zur spätern Veröffentlichung bestimmt hat, aus langem Verschluß hervor: G. G. Gervinus Lebeu. Bon ihm selbst. (Leipzig, Wilhelm Engelmann.) Sie bringt außer den völlig neuen Mittei­lungen aus dem Jugeudleben des Gelehrteu die iu den Text eingeschaltete Charakteristik und Apologie seines Lehrers Friedrich Christoph Schlosser, einen Anhang, der dieGrundzüge der Historik" (vom Jahre 1837) und von Ger­vinus poetischen Versuchen und Anläufen den Probegesang aus einer Gudrun in Hexametern, Übersetzungen aus arabischen Dichtern und eine kleine Gruppe von Teuren enthält. Das Ganze ist ein Buch, das nicht bloß zu der pietät­vollen Erinnerung derer, die mit GervinuS gelebt haben, sondern auch zum