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Chales Kingsley als Dichter und Sozialreformer. 4
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Einfluß seiner Schriften ist unermeßlich. In künstlerischer Beziehung waren sie mit ihrer frischen, markigen, oft rücksichtslosen Sprache und ihren tiefen Gedanken ein lauter Protest gegen die krankhafte Sentimentalität und die geistlose Mache gewisser Lieblingsschriftsteller seiner Zeit. Sie erschienen, als alle Welt für Charlotte Brontes rührselige Liebesgeschichten .Iirus I^rs, Llllrls/ und ViI1«zU<z begeistert war und um das Geschick ihrer altjüngferlichen Helden Thränen vergoß. In sozialer Beziehung waren sie die wirkungsvollsten Streitmittel einer großen Partei, die sich die Aufgabe gestellt hatte, die be­sitzenden Klassen an ihre Pflichten zu mahnen und an die soziale Arbeit zu rufen, dagegen die arbeitenden Klaffen von gewaltsamen Plänen zu verständigen Handlungen zu führen und den sozialen Frieden zwischen den scheinbar un­versöhnlichen Parteien herbeizuführen.

Dies ist den Anhängern Kiugsleys gelungen. Brentano sagt am Schlüsse seiner Schrift über die christlich-soziale Bewegung in England:Der Abgrnnd, der ehemals in England die höhern und die untern Klassen trennte, ist heute überbrückt. An Stelle der frühern beiderseitigen Entfremdung herrscht heute bei den höhern Klassen ein sympathisches Verständnis für das Bedürfeu und Streben der untern, bei den untern das Verständnis für die Notwendigkeit einer höhern Klaffe, welche die Funktionen der Führer des Volks auszuüben versteht und ausübt. Gewiß ist noch viel zu thun, und gewiß wird noch viel zu thun sein. Aber Enormes ist geschehen, lind fast in allem, was geschah, haben die christlichen Svzialisten die Initiative genommen, haben sie den Mut gehabt, mit Lehre und Beispiel voranzugehen. Und einerlei, welche Stellung der einzelne Beobachter zu den verschiedneu Theoremen und Handlungen der christlichen Sozialisten, die ich vorgeführt habe, einnehmen wird, in dem einen Satz wird das Urteil aller über die christlich-soziale Bewegung immer über­einstimmen: 1^örU'g,N8ivit ix^öüemuclv."

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Konzertkritiken. Über ein Konzert, das vor einigen Tagen in Kassel ver­anstaltet worden ist, sind in der Kasseler Tagespreise zwei Kritiken erschienen, die wir im nachfolgenden einander gegenüberstellen.

Das Kasseler Tageblatt schreibt: Das gestern Abend im Schvmbardtschen Hotel zu Wilhclmshöhe stattgefundne (!) Konzert, welches von der Opernsängerin Fräulein Huld aus Berlin, dem Violinvirtuosen und Musiklehrer Herrn C. Schenk aus Kassel, dem Baritonisteu Herrn Ohiwein ebendaselbst und dem gut beanlagten jugendliche»