Leilcl die Aatzenprinzessm
371
glücklicherweise — erhaltnen Briefe! Das Ergebnis ist gleich Null und wird es immer sein, weil es sich um Dinge handelt, die jeder Mensch anders ansieht und empfindet, und die endlich, wenn man es ehrlich überdenkt, die Welt doch gnr nichts angehen. Nichtwissenwollcn ist hier vft die beste Wissenschaft.
Wir sagen das, nicht weil wir glaubten, daß dnrch die Veröffentlichung gerade der Tagebücher Nieolais ciu großer Schaden gestiftet würde, sondern um gewisse Grenzen anzudeuten, die grundsätzlich gelten sollten. Solche Quellen müssen benutzt werden, wo sie einmal vorhanden sind. Aber jeder sollte sich bewußt sein, wie schwierig und verantwortlich dies Geschäft ist. Ihr thatsächlicher Gehalt werde ausgeschöpft und in eigner Darstellung verarbeitet; diese Darstellung gemäß dem in den Selbstanfzcichnungen offenbar werdenden Stimmungselement vorsichtig zu färben, möge der Meister versuchen. Die Quellen selbst aber lasse man im Dunkel der Verborgenheit, wohin sie nach Natnr und Sitte gehören.
V
Leilcr die Katzenprinzessin
Lin Märchen von Julius Hacirhaus (Schlus;)
ustus betrat das Gewölbe eiues Möbelhändlers. Der Besitzer empfing ihn mit einer Höflichkeit, die Jnstus ganz verblüffte, und die er nur seinem neneu Frack znschreiben zu können glanbte.
Einen Divan wünschen der gnädige Herr? Gewiß, gewiß! Habe eine schöne Auswahl vorrätig, vom einfachsten bis zum kostbarsten. Hier ist einer mit Damastüberzug — jedenfalls nach des gnädigen Herrn Geschmack, himmelblau mit echt orientalischem Muster. Wirklich höchst vornehm, würdig, den Salon einer Prinzessin zu schmücken!
Justus stutzte. Dcu Salon einer Prinzessin? wiederholte er. Der Möbelhändler sah ihn verschmitzt von der Seite an und zwinkerte mit dem Auge. Gewiß, gewiß! fuhr der Redselige fort, und wenn es der Salon einer Tochter des Sultaus wäre, der Divan würde hineinpassen, als ob er eigens dafür augefertigt wäre!
Der junge Gelehrte empfand ein eigentümliches Unbehagen. War es nicht, als wüßte der Kerl schon nm sein süßes Geheimnis? Aber der Divan war wirklich schön und preiswert, Justus bezahlte ihn und gab an, wohin man das Stück bringen sollte. Gewiß, gewiß! sagte der Verkäufer, indem er sich