Beitrag 
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

kann getrost sagen, daß in keinem andern Lande der Welt so etwas möglich wäre. Überall sonst stehen die feindlichen Parteien zusammen, sobald die Nationalität dem Auslande gegenüber ins Spiel kommt; nur Deutsche fühlen sich über solche Beschränktheit erhaben. Oder sollten die Herren in der altberühmten Reichsstadt, die mit Stolz einen Zola, Snrdon und Konsorten als Eideshelfer herbeirufen, vielleicht keine Deutscheu sein, sondern zu jenen Elementen gehören, die sich heute überall zu Wortführern desdeutschen Voltes" auswerfen? An diesem Falle könnte mau sie allerdings nicht unberufen nennen, da sie die Sache ihrer Nation vertreten würden gegen die unduldsamen Deutschen in Düsseldorf.

Litteratur

England inner den Tudors von Dr. Wilhelm Busch, a. e>. Professat' au der Univer­sität Leipzig. Erster Band. Stuttgart, I. G. Colt«, 1L92

Der erste Band dieses groß angelegten Werkes enthält uur die Geschichte des ersten Tndvrs. Heinrich der Siebente ist den Augen der Welt bisher durch die aufdringlichen Gestalten des Vorgängers und des Nachfolgers verdeckt worden - hat ihm doch auch Shakespeare iu der Reihe seiner Königsdramen keine Stelle eingeräumt, aber das vorliegende Buch beweist, daß er uicht bloß als zufälliger Begründer einer berühmten Dynastie Beachtung verdient. Mit fester Hand und nmsichtigem Blick hat er England in die Bahn gelenkt, auf der es zur Weltmacht emporsteigen sollte. Ein tragisches Verhängnis wollte es, daß seinen Nachfolger» jener Sinn fürs Bvlkswohl abging, der seine Bemühungen um die Begründnng der englische» Industrie nnd des' englischen Welthandels beseelte. Wie nämlich seine Worte und Thäte» beweise», wollte er zwar England reich machen,aber dieser Reichtum sollte so weit wie möglich verteilt sein, nicht in den Handelt ein­zelner Kapitalisten vereint werde»" (S. 310). Ma» darf gespannt darauf sein, U-'ie sich vmi diesem Gesichtspunkte aus die Regierung der übrigen drei Tndors bei Busch ausuehme» wird.

^lciin' Schriften zur Geschichte und Kultur. Von Ferdinand Gregorovius. Dritter Band. Leipzig, F. A. Brockhcms, 1SS2

^ Der dritte Band derKleineil Schriften" des Verfassers derGeschichte der ^-tadt Rom i>» Mittelalter" enthält wie die frühern Bände eine bunte Folge von Aufsätze», die doch zum allergrößten Teil den italienischen Eindrücken nnd Er­innerungen des Schriftstellers ihre Entstehung verdanken. Neben fein ausgeführte» vwgrnphischm Bilder», wieDer Hegelianer'Augusto Vera" »ndClemens August '"ertz,"^ belebte» Schilderungen wieDie Villa Malta in Rom und ihre deutschen Erinnerungen."Die Villa Ronzcmo."Das Bourbvneiischlvß Cciserta." dV, s Skizze» wie der überDie Abruzzen. Ihre Geschichte nnd ihre Kunst- Welt ^ .""d der geichichtsphilosophischenDie großen Monarchien oder die wie^ - " ^ Geschichte" fiudeu sich wusthistorische AbhandlungenZwei P.iss^ ""^cmdne autike Figureu von Erz" und die vergleichendeDas römische spi,l "^!^ im Mittelalter uud iu der Renaissanee und das deutsche Passions- "' ^'""l." "uch bloße inhaltreiche Kritiken, wie die über Lmgi FnmisUr-