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Ein Blick in die französische Volksschule
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5Z0 Leopold von Gerlach

land eine gewisse Scheu vor der Hineinziehuug dieses Stoffes in den Schul­unterricht. Ich glaube, daß diese Scheu mehr einem gewissen Ungeschick oder einem Mangel an Würdigung der Wichtigkeit der Sache entspringt, und daß auch wir über kurz oder lang dahin kommen werden, anstatt ausführlicher ge­schichtlicher Darstellungen, die in die weiteste Vergangenheit zurückführen, und für die die Anknüpfung an gegenwärtige Interessen bei den Schülern der Volks­schule so schwer ist, auf diese so nahe liegenden Dinge einzugehen.Das Kind soll in der Schule lernen, was es als Erwachsener im Leben zu wissen nötig hat." Eine Mitteilung von Proben mnß ich mir hier versagen. Nach meinem Dafürhalten sind die betreffenden Abschnitte äußerst anschaulich, lebendig und faßlich geschrieben. Trockne Aufzählung gesetzlicher Bestimmungen ist durchaus vermieden. Die Ausführungen sind ans dem Leben geschöpft und für das Leben berechnet. '

Ich habe diesen Aufsatz überschrieben: Ein Blick in die französische Volks­schule. Diesen Blick können wir mit Hilfe unsersPraktischen Lesebuchs" noch dadurch vervollständigen, daß wir den Abschnitt über den öffentlichen Unterricht einer Durchsicht würdigen. Er giebt dem Schüler ein Bild von der Kleinkinderschule, der Volksschule (övolö xi'Im-ülv), der gehobueu Schule (veolö xriumirs suxvrieurs), ja von den Lyceen und Colleges bis zur Uni­versität. Der Schüler soll von dem großen Zusammenhange der Bildungs­arbeit, in der auch er steht, wenn er auch mir der Primärschule angehört, wenigstens eine Vorstellung gewinnen, nnd zwar nicht bloß um des Wisseus willeil, sondern auch Wohl zu dem Zwecke, daß die Begabteren zur Benutzung wenigstens der nächst höhern Anstalten angeregt werden, und daß sie später im Leben, auch wenn sie über die Primärschule nicht hinnnskommen, wenigstens einigermaßen die Bedeutung der höhern Schulen zu würdigen imstande sind.

Aber ich muß meine Mitteilungen hier abbrechen. Wer sich näher für die Sache interessirt, den verweise ich auf eine eingehendere Darstellung, die i» denPädagogischen Blättern" (Gotha, Thienemann) erscheinen wird.

Leopold von Gerlach

von Vtto Raemmel

eber die geschichtliche Bedeutung der Negierung Friedrich Wil­helms IV. gehen die Meinungen noch immer aus einander. Wäh­rend Ranke der Ansicht ist, daß das Wirken des Königs den Grund zu den glänzenden Erfolgen seines Nachfolgers gelegt habe, wollen ihm andre eher eine hemmende und störende, als eine fördernde Bedeutung für die Neugestaltung der deutschen Verhältnisse beimessen. Ohne