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Zivil- und Strafrichter
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Bibelrevision und Bibelübersetzung 277

drei Nichter für die endgiltige Entscheidung der Thatfrage nicht ausreichend seien. Sowohl im Interesse des Richterstandes als anch im Interesse einer gnten Rechtspflege ist es dringend erforderlich, daß die jetzige Besetzung der Strafkammern mit fünf Nichtern baldigst beseitigt werde. L. A.

Vibelrevision und Bibelübersetzung

as große Werk der Vibelrevisivn, an dem so viele Gelehrte fast dreißig Jahre lang gearbeitet haben, ist jetzt vollendet; der erste Abdruck derim Auftrage der deutschen evangelischen Kirchen­konferenz durchgesehenen Ausgabe" ist im vorigen Jahre im Verlage der Cansteiuschen Bibelanstalt in Halle a. S. erschienen. Das Bedürfnis nach einer gründlichen Revision der Lutherbibel war schon lange vorhanden. Luthers Bibelübersetzung ist ja über alles Lob erhaben. Man kann es nicht genug bewundern, was Lnther mit den unzureichenden Mitteln seiner Zeit zustande gebracht hat, uud es läßt sich nicht sagen, welcher Segen von diesem Werke ausgegangen ist. Aber gerade weil nns unsre Luther­bibel so lieb und teuer geworden ist, müssen wir wünschen, daß sie nns als das, was sie sein will und soll, erhalten bleibe, als eine deutsche Bibel, deren Sprache unser Volk versteht, und auf deren Wort es sich verlassen kann. Beides ist scholl längst nicht mehr so der Fall, wie es zu wünschen wäre.

Daß eine Übersetzung, die im sechzehnten Jahrhundert entstanden ist, jetzt bedeutende Mängel hat, versteht sich von selbst. Von ciuer kritischen Behand­lung des überlieferten Grnndtextes hatte man damals noch leine Ahnuug. Der Übersetzung des Neuen Testaments legte Luther die zweite Ausgabe des Erasmus vom Jahre 1519 zu Grnnde. Das war ein Unglück. Dieser Text beruht auf Handschriften von sehr geringem Werte, wie sie der Zufall dem Erasmus darbot. Den Text der Apokalypse z. V. entnahm er einer von Nenchlin entlehnten Handschrift, die Vers für Vers den Kommentar des Andreas dazu enthielt, sodaß bisweilen Grundtext und Auslegung verwechselt wurden. Den Schluß der Apokalypse, der im Loäsx ^.vuvblini fehlte, hat Erasmus aus der Vulgata ins Griechische zurückübersetzt! Es war, wie ein bedeutender Kenner urteilt,mehr ein Kaufmannsgeschäft, als ein wissenschaftliches Unter­nehmen." Ist beim Nenen Testament besonders der Maugel eines kritisch untersuchte« Textes fühlbar, so beim Alten Testament der Mangel gründlicher