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Die Sozialdemokratie und die Militärvorlage
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Die Sozialdemokratie und die Militärvorlage

n der Reichstagssitznug voni 14. Dezember v. I. meinte der Zentrumsabgeordnete Dr. Lieber, daß die beste Begründnng für die Militnrvorlage eigentlich vvn Herrn Vebel, der am Tage vorher seineglänzende" Rede gehalten hatte, gegeben worden sei. Bebel, der beste Redner für die Vorlage! Die Parlaments­berichte der Zeitungen verzeichnen hinter diesem Ansspruch die bekannte harm­lose parlamentarischeHeiterkeit." Man wußte ja auf allen Seiten, daß es keinen schürferu Gegner der Militärvvrlage und vielleicht jeder Militärvvrlage geben kann, als die dem Militarismus so abholde Sozialdemokratin die in militärischen Dingen jedes Verhandeln und jeden Vergleich mit der Regierung in unzweifelhafter Aufrichtigkeit zurückweist. Und doch liegt etwas Wahres in dem, was Herr Dr. Lieber sagte. Er stützte sich daraus, daß sich die Wünsche Bebels bis zu einem Volksheer und sogar bis zu einer militärischen Jugend­erziehung, vielleicht bis in die Süuglingszimmer hinein verstiegen, und dann wäre ja die Vorlage nicht zu viel, sondern zu wenig.

Der erste Abschnitt der Windthorstschen Resolutionen, bei denen, wie Herr Dr. Lieber beteuerte, das Zentrum beharren will, spricht die Erwartung aus, daßdie verbündeten Regierungen Abstand nehmen werden von der Verfolgung von Plänen, durch die die Heranziehung aller wehrpflichtigen Mannschaften zum aktiven Dienst durchgeführt werden foll, indem dadurch dem deutschen Reiche geradezu unerschwingliche Kosten erwachsen müßten." Nun ist es aber gerade ein Verlangen der Sozialdemokratie, daß alle wehrpflichtigen Mann­schaften zum aktiven Dienst herangezogen werden; die Sozialdemokratie sähe nm liebsten, daß jedermann seine Waffe immer im Hause hätte. Wenn es nach Bebel ginge, so würde jeder, der die physischen Kräfte dazu hat, Soldat.

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