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Der langweilige Uammeicherr
Denn endlich, welch eine Verdammnis, welch eine Knechtung will die Anschauung, will die Doktrin von dem Alleinrecht der „sozialen Kunst," die im Kampf als Führerin auftreten soll, der Freiheit des Künstlers und Dichters bereiten! Gelänge es, diese fanatische Einseitigkeit auch mir eine Zeit , lang zur Herrschaft zu bringen, so möchten sich Landschaftsmaler und Mnsiker dieser Zeit freuen. Der unausrottbare Drang nach reiner uud erquickender Kunst würde sich stärker und ausschließlicher als je den beiden einzigen Kunstgebieten, die dem Tendeuzmißbrauch nicht verfallen könnten, zuwenden. Es kann ja sein, daß das Getöse der Agitation für einige Jahre die Stimmen lebendiger und echter Poesie übertäubt. Die Poesie aber, dieselbe Poesie, uach deren uraltem Recht der Dichter der Odyssee dem Sauhirten Eumüos das Gefühl der Trene in die Brust gelegt, Caldervu mitten in dem aristokratischen Spanien dem Bauern Crespo den höchsten Stolz und das reizbarste Bewußtsein der Ehre geliehen hat, wird sich weder abhalten lassen, das Herz und jede menschlich edle Faser auch in dem Ärmsten und Gedrücktesten zu ehren, noch wird sie sich zwingen lassen, jedes Menschenbild und jeden Lebenskreis, die nicht dem Proletariat angehören, in wüster Verzerrung zu sehn und wiederzugeben. Immer ist es ein Zeichen der Zeit, daß derlei Auseinandersetzungen überhaupt nötig werden. I>r. Emil Reich hat ganz Recht: „Der Mensch ist von Natur aus egoistisch, diesen Naturtrieb in billige Rücksichtnahme s!^ auf cmdre zu verwandeln, darin besteht eben das echte Wesen der Kultur." Ob es der rechte Weg zu dieser Kultur ist, die „soziale Frage" im Sinne von Gerhart Hauptmanns „Webern" uud John Henry Mnckays „Anarchisten" zu behandeln, das bleibt eben die Frage.
Der langweilige Kammerherr
von «Lharlotte Niese (Schluß)
a, nahstens is denn wieder Koinedi gespielt worden. Ein paar französche Herrschaftens jachterten mitn Dutzend Lämmern zwischen die Klissens herum und sagten Versens auf. Das war gräsig langweilig, und ich sagt zu Piähr, die Lcunmers sollten doch man geslachtet werden, damit ein büschen Leben in das alte Stück käm. Er abers sagte, das wär keine Mode, und so is das Viehzeug wieder in Stall gebracht worden, als die Gesellschaft zu Ende war.