Beitrag 
Friedrich Hölderlin :
(Schluß)
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166
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Friedrich Hölderlin

von Adolf Stern

, (Schluß)

n der ersten Hälfte des Jahres 1795 erfuhr Hölderlin den verhängnisvollen Widerspruch, daß die echte Poesie zwar ein Beruf, der unter Umständen den ganzen Menschen fordert, aber niemals ein Geschäft und nur in besonders günstigen Fälleu eine nährende Kunst ist. Wohl hatte Schiller den junge» Landsmann, in dem er Züge seines eignen Wesens, Züge seiner eignen Jugend erkannte, und der ganz offenbar die Keime einer bedeutenden Entwicklung in sich trug, freundlich, ja freundschaftlich bei sich aufgenommen, er hatte den Lyriker durch die Aufnahme einiger Gedichte in dieThalia" ehrenvoller und gewichtiger in die Öffentlichkeit eingeführt, als es durch Stäudlius schwäbischen Musenalmanach hätte geschehen können, hatte ihn durch die Auf­forderung zur Mitarbeit an seinem eignen Musenalmanach beglückt und selbst dem RomanHyperion," an dem Hölderlin arbeitete (und von dem ein Bruch­stück als Probe gleichfalls in SchillersThalia" erschien) durch seine nach­drückliche Empfehlung an Cotta einen Verleger gewonnen, aber der junge Dichter erkannte bald, daß ein halbes uud ein ganzes Jahr nicht hinreichen würden, den Roman zu vollenden, daß er zu nichts ungeschickter sei, als seinen poetischen Ideen und Empfindungen um des Bedürfnisses willen Ge­stalt zu leihen. Er konnte nicht daran denken, sich durch deu Ertrag des Hyperivn" ein Jahr in Jena zn behaupten, »vorauf es ursprünglich abge­sehen gewesen war, kehrte im Hochsommer 1795 nach Schwaben zurück uud richtete von Nürtiugen aus jenen bekannten Brief an Schiller, in dem er ihm sagte:Ich wußte wohl, daß ich mich nicht, ohne meinem Innern merklichen Abbruch zu thun, aus Ihrer Nahe würde entfernen können. Ich Hütte es auch schwerlich mit all meinen Motiven über mich gewonnen, zu gehen, wenn nicht eben diese Nähe mich von der andern Seite so oft beunruhigt hätte. Ich war immer in Versuchung, Sie zu sehen, und sah Sie immer nur, um zu fühlen, daß ich Ihnen uichts seiu konnte. Ich sehe wohl, daß ich mit dem Schmerze, den ich so oft mit mir herumtrug, notwendigerweise meine stolzen