Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Dichten und Denken bereits von den gewaltigen Ereignissen beeinflußt wird, die das römische Reich, den Stolz der Dichter, stürzen und den Grund zu einer neuen Welt legen sollten: der Sieg des christlichen Glaubens und der Einbruch der germanischen Stämme.
Nibbeck hat das Buch seinem Freunde Paul Heyse gewidmet. Es ist das Ergebnis der Forschungen des Gelehrten und zugleich das Werk einer innigen dichterischen Nachempfindnng. Die Sprache zeigt alle Vorzüge der Nibbeckschen Vortragsweise ohne deren Mängel. Sie ist gewählt, klar und geistvoll, selten gesucht oder fehlerhaft. Der Schönheit des Ausdrucks entspricht die Anschaulichkeit der Schilderung. Unverändert gleich bleibt sich die liebevolle Wärme, mit der Ribbeck für die jüngeru und schwächern Dichter kaum geringere Teilnahme zu wecken versteht als für die großen Meister, und in allen Bänden seines Werkes ist die Geschicklichkeit bewnndernswert, womit er den Gegenstand seiner Darstellung trotz aller Klarheit und Anschaulichkeit nie völlig erschöpft, sondern dem Leser gleichsam in der Ferne immer noch neues zeigt, ihn nicht übersättigt, sondern ihn anregt, von dieser Geschichte der römischen Dichtung zu den Dichtern selbst zurückzukehren und gegenüber den herrschenden Schlagworten wieder mehr zu lesen und selbst zu prüfen,
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Die Minengänge der Bismarckschen Propaganda werden zwar mit äußerster Verschlagenheit und Heimlichkeit geführt, aber zum Heile Deutschlands giebt es nicht nur in Berlin feine Nasen, die jeden bösen Anschlag wittern, noch ehe er geboren ist, und sich durch keine Winkelzüge irreführen lassen. Zum Beispiel: Herr von Poschinger hat bekanntlich unter dem Titel „Ein Achtundvierziger. L. Buchers Leben und Werke" ein Buch herausgegeben, dessen Leser wohl meistens geurteilt haben werden, daß darin ein ergiebiger Stoff, der Entwicklungsgang vom revolutionären Idealismus zum staatsmnnnischen Wirken, ziemlich oberflächlich behandelt sei. Wie sehr sie geirrt haben, können sie aus einer sozialdemokratischen Wochenschrift erfahren. Da thut ein Herr Ferdinand Wolf unwiderleglich dar, daß die Arbeit Poschingers ein diplomatisches Meisterstück ist und leinen geringern Zweck hat als den, durch eine revolutionäre Bewegung den Fürsten Bismarck wieder nn die Spitze der Geschäfte zu bringen. Man sieht, es ist nichts so fein gesponnen, die tcilmudistifche Dialektik bringt es an die Sonne! Nebenher läuft die Entdeckung, daß Bücher bereits als Flüchtling in London (in den fünfziger Jahren) die künftige Laufbahn seines frühern Kollegen und Gegners im preußischen Landtage voransgesehn und sich ihm durch seiue Berichte an die Nationalzeitung zu nähern gesucht habe. Wessen Scharfblick sollen wir nnn mehr bewundern?