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Zolas Kriegsroman La Débâcle
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Weltgeschichte in Hiuterwinkel

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vasscur, die Szene zwischen dem biedern, treuen Jean Macquart und Maurieens Schwester Henriette sind mit rührendeil und ergreifenden Zügen dargestellt. Von dem Bauern, von dem einfachen Menschen, der die Luft der reinen Natur atmet und frei bleibt von den zersetzenden Einflüssen der überfeinerten Gesell­schaft, erwartet Zola das Heil, die Wiedergeburt des französischen Volkes.

Das ist ein gesunder Gedanke, den wir ihm hoch anrechnen, und den wir nach seinem Bauernroman ^örrs nicht von ihm erwartet hätten. Es geht durch deu ganzen Kriegsroman ein Zug bittrer Wehmut, die sich zuweilen zu weinerlicher Rührseligkeit steigert. Es werden viele Thränen vergossen oder hinuntergeschluckt. Der kranke Kaiser erscheint fast immer mit feucht ver­schleierten Augen, der Oberst Vineuil weint vor seinem Regiment, als er es zurückweichen sieht, die beiden Freunde Jean und Mauriee falleu sich oft schluchzend in die Arme wie machtlos, wie gelähmt unter den Schlägen eines unabwendbaren Schicksals. Es sind zu viel leidende nnd zn wenig handelnde Menschen da. Sie erregen alle mehr das Mitleid als die Begeisterung. Aber das finden wir auch bei andern französischen Schriftstellern, die Episoden aus dem deutsch-sranzösischeu Krieg novellistisch behandelt haben, z. B. bei Daudet, Maupasfant, Nichepin u. a. Es scheint doch, als ob dieser Krieg für eineu französischem Schriftsteller zn einer künstlerisch befriedigenden epischen Dar­stellung nicht geeignet sei. Möchte es einem deutschen Dichter einst gelingen, dem großen Gegenstande besser gerecht zu werden, als es Zola in veMolv gelungen ist.

Weltgeschichte in Hinterwinkel

Aus den Denkwürdigkeiten eines ehemaligen Achneiderlehrlings Von Benno Rüttenauer

Fünftes Kapitel

Lin Lrntetag und sein Abschluß

ie nächste Zeit verging mir sehr angenehm, innerlich in dem Hoch­gefühl meiner großen Erlebnisse, äußerlich iu dem Nimbus, den die Fama um mich wob. Zwar spielte auch bei dem letztem die Einbildung wieder stark hinein. Ich kam aber nicht eher auf diesen Gedanken, als bis er mir eines Tages sehr nahegelegt wurde. Die Ernte war in vollem Gange, die Weltgeschichte stand still, wenigstens Hinterwinkel, die Politik schwieg. Die Leute wollten noch ebenso wenig