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Die akademische Kunstausstellung in Berlin
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Weltgeschichte in Hinterwinkel

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die Mittel gefehlt haben; aber das meiste ist doch groß gedacht und würdig ausgeführt, so besonders die beiden mit Sockelfiguren versehenen Reiter­denkmäler Kaiser Wilhelms des Ersten für Elberfeld und Mannheim von Gustav Eberlein. Im Durchschnitt steht die Plastik in allen ihren Zweigen, von der monumentalen bis zur Kleinbildnerei, höher als die Malerei. In der Kleinplastik sind die deutschen Bildner den italienischen an Fingerfertigkeit gleich, an Schönheitsgefühl sogar überlegen, und an ganz eigentümlichen Schöpfungen fehlt es auch nicht. DerPhilosoph von Scmssouei in seinen letzten Stunden," Friedrich der Große, im Lehnstuhl sitzend, von zwei Wind­spielen umgebeu, von Harro Magnussen ist eine Charakterstudie, in der der Naturalismus zur Natur zurückgekehrt ist und doch in der Ergründung einer seelischen Stimmung Großes geleistet hat, und die nackte Gestalt eines jungen, ans einem Nnhebett schlummernden Mädchens von Robert Toberentz ist eine vollendete Verkörperung der Knnstlehre: Kunst und Natur fei eines nur! Trotz der unvorteilhaften Gesamterscheinung der Berliner Kunstausstellung ist also nicht der mindeste Anlaß vorhanden, das Ungeschick der Unternehmer etwa mit dem Hinweis auf einen Rückgang unsrer Kunst zu entschuldigen.

Weltgeschichte in Hinterwinkel

Aus den Denkwürdigkeiten eines ehemaligen 5-chneiderlehrlings von Benno Rüttenauer

Erstes Kapitel

das mit einer Zeitnng anhebt und mit einer Predigt schließt

ch hatte meine Ziegen eingetrieben und saß, die Stunde des Mittagessens erwartend, mit gekreuzten Beinen auf dem Arbeits­tische des Baters, der heute auswärts schneiderte. Vor mir auf meinen Knieen lag der neue Uniformrock des Polizeidieners Gartumb von Schilliugsberg. Dein stolzen Kleidungsstücke aus zweierlei Tuch fehlten, damit es in schönster Vollendung prange, nur noch die großen gelben Messingknöpfe. Diese sollte ich annähen.

Aber meine Hände lagen einstweilen müßig im Schoß, und ich sah durch das offne Fenster, zwischen den hochroten Geranienblüten hindurch, nach dem Hanse unsers Nachbars drüben, des Gerbers, der mit einem Zeitungsblatt in der Hand vor seiner Thür stand und zwei mit Rechen und Sensen von der Henmahd heimkehrenden jungen Bauern etwas vorlas.

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