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Heilsarmee und Politik
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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der unleidliche» Wirklichkeit, die von dem Zufallsspiel eines leichtfertige» Wagens erwartet, was die >to/5)/, «^«,/>^ des Welte»le»kers n»r der Selbst­zucht und der redlichen Arbeit gewähren: Freiheit und Glück.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Zu Werthers Leiden. Dieser Tage wurde mir ein lange gehegter Wunsch erfüllt: es gelang mir, für meine kleine Sammlung erster Ausgaben von Werken unsrer Klassiker die erste Ausgabe derLeiden des jungen Werthers" (Leipzig, 1774) in einem schönen, wohlerhnltnen, saubern Exemplare zu erwerben. Die Exemplare, die ich früher gesehen hatte, waren immer zerlesen nnd schmntzig gewesen, wie alte Leihbibliotheksschmöker. Wie groß war aber vollends meine Freude, als ich sofort beim ersten Aufblättern am Schlüsse des ersten Teils von Goethes eigner Hand die vier Reimzeilcn eingeschrieben fand, die dann vor der zweiten Auflage mit gedruckt wnrden, »nd zwar geschrieben mit einer Abweichung, die deutlich zeigt, daß hier die erste Niederschrift vorliegt. Es heißt nämlich nicht, wie später mit entschiedner Verbeßrnng im Druck:

Jeder Jünglinn sehnt sich so zu lieben,

sondern:

Jeder JnnMng wünschet so zu lieben.

Ich blätterte weiter und sah nnn auch, daß Goethe eigenhändig eine Anzahl Druck­fehler in dem Exemplar verbessert hat, imd zwar nicht nur die meisten von denen, die am Schlnsse der Ausgabe verzeichnet sind, sonder» auch nach einige andre, die dort nicht verzeichnet sind. Von Wichtigkeit sind wenigstens zwei. Der eine ist, wie ich sehe, von der zweiten Ausgabe au überall berichtigt: im zweiten Teil nnterm t7. Dezember steht in der ersten Ausgabe falsch:uud dekte ihren lieben lispelnden Mund mit unendlichen Küssen"; Goethe hat verbessert:ihren Liebe lispelnden Mund." Über den andern aber hat er auch in den spätern Drucken immer wieder weggelesen, und so steht er bis heute in allen Ausgaben: im erstell Teil unterm t0. September ist in der ersten Ausgabe gedruckt:Ich hatte mich etwa eine halbe Stunde in denen schmachtenden süssen Gedanken des Abscheidens, des Wiedersehns geweidet"; Goethe hat die letzten beiden Buchstaben von schmach­tenden sorgfältig durchstrichen, hat also gewollt, daß gelesen werde:in denen schmachtend süssen Gedanken." Und das ist anch sicherlich vorzuziehen, denn schmachtenden, süßen enthält keine Steigerung, wogegen das süß durch schmachtend vortrefflich gesteigert uud gefärbt wird.

Das Exemplar ist offenbar eins von denen, die Goethe unmittelbar nach Beendigung des Drucks an Freunde verschenkte, und in denen er, wie junge Autoren, die nvch wenig haben drncken lassen, heute noch thun, die Druckfehler vorher sorgfältig berichtigte.

Leipzig G. w.