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Nochmals die Reform des Reichstagswahlrechts
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5>g2 Der Untergang der alten ivelt

bunden sind, also in den meisten Fällen sowiesv keine Veranlassung haben werden, mitznstimmen. Stimmen sie aber doch ab, so werfen sie dasselbe Gewicht in die Wage, das sie bei unserm jetzigen System auch hineinwerfen. Sie bringen in demselben Maße einen Kandidaten der ander» Parteien zum Siege, wie sie es jetzt in den Fällen, wo ihre Partei die absolute Mehr­heit nicht hat, anch thun, ohne aber dabei gleichzeitig persönlich ganz überstimmt und kaltgestellt zu werden. Das doppelte Wahlrecht der stärker» Partei bei Stichwahle» ist also gegen die übrigen Parteien keine Ungerechtigkeit.

Daß die Zahl der Abgeordnete» durch dieses System veränderlich gemacht wird, ist nicht zu leugnen. Es könne» dadurch vierzig bis fünfzig Abgeordnete über die bisherige Zahl hinaus gewählt werden. Mehr wohl nicht, denn bei den meisten, besonders den ländlichen Wahlkreisen spielen die Minderheiten über­haupt keine Rolle. Ich bin, wie gesagt, mit Bahr vollständig derselben Mei­nung, daß eiue UnVeränderlichkeit der Zahl der Abgeordneten weder ans po­litischen, »och ci»s gesetzgeberischen Gründe» geböte» ist.

G

Der Untergang der alten Welt

(Schluß)

s war ei»e weise Selbstbeschränkluig, wen» die Römer a»f eine Nommiisirung des höher stehenden griechischen Ostens von Anfang an und grundsätzlich verzichteten. Sie hatte» eine sehr geringe Achtung vor dem griechischen Staatslebcn ihrer Zeit, aber sür die große Vergangenheit und das Geistesleben der Griechen empfanden sie nngeheuchelte Bewimdrnng. Der römische Staat verzichtete in: Osten sogar darauf, ausschließlich lateinisch zu reden, er sprach griechisch. Daher blieb anch der römische Einfluß ans den griechische» Osten sehr beschränkt. Es gab dort allerdings in der Kaiserzeit ein paar römische Kolonialstädte (Korinth und Paträ), zahlreiche und starke Gemeinden römischer Bürger i» allen größern Handelsplätzen; einige Studienjahre in Athen oder Rhodos galten dem gebildeten jungen Römer als selbstverständlich, in Syrien nnd Ägypten standen römische Legionen, nnd manche römische Sitten und Unsitte», wie die blutigen Gladiatorenspiele, wurden in die griechischen Städte eingeschleppt, ohne übrigens die Griechen selbst sehr zu berühren. Die Griechen lehnten das römische Wesen immer ab; selten lernte einer lateinisch, »nd selten trat einer in den Reichsdienst, der natürlich die Kenntnis dieser Sprache voraussetzte.