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Merlin
könne, war zerronnen. Es blieb die innige Liebe zur Nntur, es blieb das deutsche Gefühl, der deutsche Sinn für gedankenvollen Inhalt. Und auch der große und monumentale Stil, den er in seinen letzten Jahren erreicht hat, war seinem eignen Geständnis nach leine Folge seiner italienischen Studien, sondern eines vertieften Studiums der Natur.
Merlin
UN hat auch Paul Heyse — der „Liebling des deutschen Lesepublikums," der „Dichter der Schönheit," der „moderne Heide," der „Enkel Goethes" und wie die Namen alle heißen, die ihm seine Verehrer gegeben haben — in einem umfänglichen Roman in sieben Büchern: Merlin (drei Bünde; Berlin, Hertz, 18!»2) Stellung zu den vielen Fragen genommen, die die Gegenwart in allen Schichten und Stünden des Volkes bewegen.
Kein zweiter deutscher Dichter hat iu den letzten Zeiten so viele Angriffe zu erdulden gehabt wie Paul Heyse, deu mau lange Jahre als einen der vornehmsten zu betrachten gewohnt war. Mit seinen Dramen hatte er kein Glück, da die Darstellung männlicher Thatkraft seinen zarten dichterischen Neigungen nicht entspricht. Aber mit rührendem Eifer rang er dennoch ununterbrochen um die Gunst der Bühne — ein tragisches Ringen, das nicht zum Erfolge führte. Dabei wiederholten und vermehrten sich die Angriffe seiner Gegner aus den zwei entgegengesetzten Lagern der Konservativen nnd der Naturalisten von den verschiedensten Gesichtspunkten. Die Konservativen hatte Paul Heyse in dem Roman „Die Kinder der Welt" und vielfach in Novellen durch die allzu herbe und einseitige Satire herausgefordert, die er den Vertretern der Kirche zuteil werden ließ. Er ward da in seinem Eifer für die glaubenslose Moral ebeu so ungerecht, wie es seine Gegner oft werden, er wurde eigentlich sich selbst untreu mit dieser weit über das Ziel hinausschießenden Satire, denn der wahre Künstler, der Heyse doch stets sein wollte, muß unparteiisch sein und alleu Menschen die gleiche unbefangne uud liebevolle Betrachtung widmen. 1888 erschien eine Schrift von Otto Kraus über Paul Hehses Novellen und Romane (Frankfurt a. M., Johannes Alt), die mit dem Eifer eines Kirchenmannes alle deutschen Frauen und Jungfrauen, Väter und Mütter vor dein ungläubigen und unsittlichen Dichter warnte, der immer und überall nur Liebesgeschichten erzählt, der da lehrt, daß das Glück der Menschen nur in der ungestörten Harmonie zwischen Natnr uud Geist, zwischen Neigung und