Litteratur
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Politik, sondern die Politik des Menschen wegen da ist, daß die Politik, das Wählen, Wühlen, Beraten und Gcsetzemnchen, keinen andern Zweck hat, als die Menschen in einen behaglichern Zustand zn versetzen, und daß, wo sich die Menschen schon behaglich genug fühlen, gar keine Politik mehr nötig ist, man müßte denn die politische Thätigkeit der betreffenden Bevölkerung fürs größere Ganze, hier also fürs deutsche Vaterland brauchen. Ob aber diesem besonders damit gedient wäre, wenn die Leute des Grase» Holstein auch vollends zu politisiren anfingen und Sozialdemokraten oder Dentschfreisinnige würden, das muß doch sehr bezweifelt werden. Wer weiß übrigens, ob, wenn die Fnstlente des Grafen Holstein noch ein Paar Jährchen bei ihrer Lebensweise verbleiben, die dann nicht wieder ganz „modern-neuzeitlich" ist.
Erklärung. Nach Veröffentlichung des Aufsatzes „Die Reichstagswahl" in Nr. 21 der Grenzboten bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, daß sich in der Tübinger Zeitschrift für Staatswissenschaften von 1886 ein Aufsatz von Dr. Wilhelm Pappenheim in Wieu vorfindet, der gleichfalls das Ziel verfolgt, bei Wahlen die Minderheiten znr Geltung kommen zu lassen, uud man hat gegen mich den Wunsch ausgesprochen, daß ich dies nachträglich öffentlich erwähnen möge. Um der litterarischen Gerechtigkeit zu genügen, will ich dies hiermit thun.
Rassel ^^^^-^^ Vähr
Litteratur
Handwörterbuch der Staats Wissenschaften, Herausgegeben von Dr, I. Conrad, Dr. L. Elster, 1)r. W. Lexis und Dr. Edg. Loeninq. Dritter Band: Edelmewlle — Gewerkschaft. Jena, G, Fischer, 1892
Über den Plan dieses Werkes und seinen Wert im allgemeinen haben Nur bei der Anzeige der ersten beiden Bände berichtet. Der vorliegende dritte wird den zahlreichen Auskunftbedürftigen ganz besonders willkommen sein, sind es doch fast lauter Gegenstände von brennendster „Aktualität," die darin behandelt werden. Wir nennen nur die Überschriften: Eheschließung, Einfuhrverbote, Einfuhrzölle, Einigungsämter, Einkommensteuer, Eiseu, Eisenbahnen (76 Seiten), Eisenbahnsteuer, Elberfelder Nrmenpflegesystem, Entwässerung nnd Entwässerungsrecht, Erbpacht, Erbschaftssteuer, Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschnften, Existenzminimum und seine Steuerfreiheit, Fideikommisse, Finanzgesellschcift, Finanzverwaltung, Finanz- Wissenschaft, Forsten, Frauenarbeit uud Frnuenfrage, Gemeinheitsteilung, Genossenschaft, Gesellschaftswissenschaft, Gesundheitspflege, Getreidehandel. Getreidezölle, Gewerbe, Gewerbegericht, Gewerbegesetzgcbuug, Gewerbeiuspektion, Gewerbestatistik, Gewerbesteiler, gewerblicher Unterricht.
Um einige Einzelheiten herauszuheben, die uns beim Durchblättern aufgefallen sind, so finden wir, daß H. von Scheel in dem Artikel „Eigentum" unter den fünf Theorien, die er kritifirt — Erklärung des Privateigentums aus der Persönlichkeit, aus der Arbeit, aus der Besitzergreifung, aus dem Gesetz, aus einer nach Zweck- mäßigkcitsriicksichten erfolgten Nechtsentwickelnng —, der letzten den Vorzug giebt. In der Abhandlung über das Einkommen von Rob. Meyer interessirt namentlich der Abschnitt über die wünschenswerte Gestaltung des Einkommens und die Einkommenpolitik. Wie es sich bei einem encyklopädischen Werke von selbst versteht, werden auch hier nicht neue Theorien aufgestellt, sondern nur die umlaufenden kritisirt. In dem Artikel „Finanzen" von Eheberg dürften vor allem die Ab-