Beitrag 
Die nächsten Aufgaben der christlichen Welt : geschichtsphilosophische Gedanken 18 :
(Schluß der ganzen Reihe)
Seite
488
Einzelbild herunterladen
 

Die nächsten Aufgaben der christlichen Welt

Geschichtsphilosophische Gedanken ^8

(Schluß der ganze» Reihe)

ie in Religion und Kimst die Reihe der möglichen Neuschöpfungen, so scheint in der Wissenschaft die Reihe der großen Entdeckungen geschlossen zn sein. Die Oberfläche unsers Erdballs kennen wir, bis auf die Polarkappen, und was auf denen etwa noch gefunden werden könnte, das wird weder ein lebhaftes Sehnen des Er-

MF M

kenntnistriebes, noch irgend ein wirtschaftliches Bedürfnis befriedigen. In die Welt des unendlich Großen haben uns Fernrohr nnd Spektralanalyse, in die des unendlich Kleinen das Mikroskop, die chemische Analyse und die Kunst der Hypothesenbildung so weit eingeführt, als der Menschengeist und das mensch­liche Auge zu dringen vermögen. Die Verkettung und das Getriebe der (nnWö sgonnclas in der Körperwelt ist uus durch die Zurückführung aller Natur­erscheinungen auf die Molekulnrbewegung enthüllt worden, und die Forschungen der Znlunft werden zwar noch manche bisher dunkel gebliebne Stelle des Naturganzeu beleuchten, aber kaum mehr als eine noch übrige epochemachende Entdeckung zu Tage fordern, über die og-ns-t xriing, hingegen nnd über den Zusammenhang der Ls.usa.6 «vonnclkö mit ihr sowie über das Geheimnis der menschlichen Seele uns so wenig Aufschluß geben als eine der frühern Ent­deckungen. Die eine Entdeckung, die noch zu machen ist denn mit den Naturwissenschaften verhält es sich wie mit der Erdoberfläche: je vollständiger wir das Ganze kenne», desto genancr vermögen nur die noch unbekannt ge- bliebnen Teile anzugeben, diese eine noch übrige Entdeckung also ist die Auflösung aller chemischen Elemente in ein Gruudelement, ehedem das Ziel der tastenden Versuche der Alchymisten. Eine Entdeckung, die wie die Ent­deckung Amerikas alle Kulturvölker mit unsäglichem Stauneu nud mit neuen phantastischen Hoffnungen erfüllte und in jahrzehntelange freudige Auf­regung versetzte, ist demnach nicht mehr zu erwarten. Schon die Ent­deckungen unsers Jahrhunderts haben diese Wirkung nicht mehr gehabt. Der Dampfwagcn und das elektrische Licht, bei deren erstem Anblick das staunende Publikum Mund und Augeu aufriß, waren keine Entdeckungen, sondern nur