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Die Wiener Ausstellung
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Die Wiener Ausstellung

it gespannten Erwartungen betraten wir diesmal den Boden Wiens, Dort erwartete uns ja eine Ausstellung, über dereu ganz besondre Reize die Zeitungen seit Mvnaten berichtet hatten, ohne daß wir eine rechte Vorstellung davon bekommen hätten. Daß es viele Leute giebt, die a» allem, was dramatische und Tvnknnst angeht, das allerlebhafteste Interesse nehmen, und die daher eine Zusammenstellung von Denkmälern nnd Kuriositäten aus diesem Bereiche geru in Augenschein nehmen werden, daß gerade Wien in der Lage sein mnß, eine Fülle von solchen Reliquien zu zeigen, die nicht bloß lokale Bedeutung haben, sondern von jedem Freunde jener Künste, vor allein jedem deutschen mit einer gewissen Andacht würden betrachtet werden, daß die Phantasie der Ausstellungs­fanatiker, wie sie eben jetzt in Berlin so rührig sind, auch den Plan aufgreifen würde, um etwasGroßes, Internationales" in Szene zu setzen, und daß endlich dieser Gedanke bei den Wienern, namentlich den Geschäftsleuten, eine gute Statt finden werde alles das war verständlich. Aber inwiefern dem Unter­nehmen ein so großer Wert für Wissenschaft und Kunst beigemessen werden konnte, um auf allen Seiten das Begehren nach Unterstützung aus öffentlichen Mitteln zu rechtfertigen, überhaupt in dieser Zeit einen Aufwand, der wohl in die Millionen gehn muß, zu entschuldigen, das wollte nicht ohne weiteres eiuleuchteu. Leider ist es uus auch an Ort und Stelle nicht klar geworden, obwohl an Überraschungen kein Mangel war.

Die erste stellte sich gleich nach dem Verlassen des Bahnhofs ein. Das Fahren ist in Wien, wie männiglich bekannt, nicht nnr ein kostspieliges Ver­gnügen, es war bisher auch häufig mit recht lästigen Verhandlungen wegen der Zahlung verbuudeu. Die Zeit der Prellerei durch Kutscher soll jetzt vor­über sein. In jedem Mietwagen findet sich einTaxtarif," ein Buch, ein vollständiges Buch von sechsnndneunzig Druckseiten mit siebzehn Vervrdnnngs- paragraphen vvll Bestimmungen nud Ausnahmebestimmungen uud einem Lexikon, mit dessen Hilfe jemand, der alle neunzehn Stadtteile Wiens aus­wendig weiß, und deren Grenzen genau im Kopfe hat, hoffentlich bequem be­rechnen kann, wieviel in jedem Falle diekombinirte Strecken- nnd Zeittaxe" ausmacht. Diese unentbehrlichen VorKn»tnisse vermvchte ich nicht sofort zn