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Das junge Deutschland
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Aus der stürmischen Zeit

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rischeu Helden wirft, so würde es der Auseinandersetzungen kein Ende geben. Die Klippe aller Rettungen ist hier nicht vermieden worden. Der Apologet Jung- dentschlands täuscht sich offenbar weit weniger über die künstlerischen Mängel seiner Helden, über die Gefahr, die in ihrer Zwitterstellung und Zwitterbildung lag (in einzelnen Fällen hebt er Mängel und Gefahr mit feinem Sinn und Takt hervor), sondern über die Grenzen ihres ursprünglichen poetischen, gestaltenden Vermögens, über die Schranken ihrer Aufnahmefähigkeit für Eindrücke der Natur, des Lebens, über ihre Fähigkeit zu verzichten. Das Geheimnis, daß die Aufgabe des echten Dichters neben ihren höchsten Preisen einen unbedingten Verzicht auf gewisse Wirkungen uud Erfolge einschließt, ist den Jungdeutscheu schwerlich ganz verborgen geblieben, aber die Kraft zn dieser Resignation hat ihnen im entscheidenden Augenblicke beinahe immer und überall gefehlt.

Wir wollen hier innehalten. Eine noch eingehendere Kritik würde zu vieles erörtcru müsseu, was für uns weder Bedeutung noch Folge mehr haben kann, was heute uurSchall und Rauch, umuebelnd Himmelsglut" ist. Wir verübeln es Prölß uicht, daß er sich mit ehrlicher Wärme uud Überzeugung der von ihm geschilderten Bewegung annimmt, daß er in der wirklichen und schein­baren Kühnheit der Ideen der von ihm geschilderten Schriftstellergruppe eiueu Ersatz für die Zerfahrenheit und Geschmacklosigkeit ihrer litterarischen Aussprache findet, daß er die unleugbare Feindseligkeit der Jungdeutscheu gegeu die Lyrik und die geschlvßnen poetischen Formen wo uicht zu leugnen doch auf ein ge­ringes Maß herabzusetzen sucht, wir vermögen aber seine Anschauung nicht zu teilen und seiner Polemik gegen andersgesinnte nicht zuzustimmen. So ge­wiß sein Buch eine Fülle vergeßner Denkwürdigkeiten der Litteraturgeschichte neu belebt, gewichtige Beiträge zur Kenntnis der Zustände bringt, die in einer Zeit sinnloser Demagogenriecherei uud altersschwach gewordner Zensur vor­herrschten, so entschiedn? Anerkennung seine Pietät uud seine beredte Fürsprache zn Gunsten derVerfehmten" verdient, er darf nns nicht verargen, daß wir schließlich nach wie vor den Geist, der der geöffneten Flasche wieder und wieder entsteigt, für abscheulich häßlich halteu. Friede sei mit uns!

Aus der stürmischen Zeit

ls der Rausch vou 1848 verflogen war und fast nur Katzen­jammer zurückgelassen hatte, der sich ebenso wie der Rausch be­kanntlich in sehr verschiedner Weise üußeru kann, erschienen in Menge Erinnerungen von Teilnehmern an der zuerst schonen, dann wüsten und zuletzt trostlosen Bewegung. Verschiedne solche Bücher beanspruchten als Geschichte angesehen zu werden, während sie doch Grenzboten II 1892 84