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Der Scemutsspruch sagt, daß die letzten Lotungen offenbar unrichtig waren. Unter Lotuug versteht man die Messung der Wassertiefe; bei Nebel kann von Alters her und wohl auch noch für eine längere Zukunft die Annäherung an die Küste' uur durch das Lot bestimmt werden. Je steiler eine Küste ist, desto vor­sichtiger muß man sich ihr bei Nebel nähern, weil die Wassertiefen an solcher Küste Plötzlich sehr schnell abnehmen. Die Insel Wight ist von derartiger Boden­beschaffenheit, daß die Anfleuerung vou Westeu bei Nebel zu größter Vorsicht mahnt. Es läßt sich aus den Seeamtsverhandlungen nicht zur Genüge ersehen, ob an Bord der „Eider" häufig genng gelotet worden ist, ob serner die Mannschaft mit dem Loten genügend vertraut war, oder ob etwa gar die Lotmaschiue mangelhaft war. Alle diese Punkte verdienen um so mehr der Beachtung, als leider bis jetzt in Deutschland keine Obcrseebehörde vorhanden ist, die die Aufgabe hätte, die Aus­rüstung der Schiffe mit nautischen Instrumcuteu u. s. w. zu beaufsichtigen.

Zur Schulhygieiue. Daß die roten Loschblätter den Augen der Schul­linder schädlich siud, hat eiu Lehrer in Westvreußeu nun auch glücklich heraus- gefuudeu. Demgemäß findet nur noch die grüne, allenfalls die blaue Farbe Gnade vor seinen Augen. Vielleicht kommt nächstens noch einer der „Herren Kollegen" darauf, ans gleichem Grunde zum Korrigiren grüne Tinte statt der roten zn empfehlen! Man weiß uicht, was uoch kommen mag!

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Die Anfänge der Poesie. Grundlegung zu einer realistischen Entwicklimgsgeschichte der Poesie von Ludwig Jcieobvwski. Dresden und Leipzig, E. Piersons Verlag, 1891

Ein uicht uninteressantes Büchleiu, das, freilich von einer Reihe noch unbe­wiesener wissenschaftlicher Hypothesen ausgehend, uus das Weseu einer UrPoesie zn vergegenwärtigen sucht, die viele Jahrtausende vor der von Herder angenommenen und vielverkündeteu UrPoesie der verschiednen Völker begonnen haben müßte. Selbst wem, die Thatsache, daß „alle Völker der Erde von einem UrVolke ab­stammen," nnwiderleglich feststünde, wenn die Urheimat des ursprünglichen Men­schen, des Urvvlkes, die man bald in Asien, bald in Afrika, bald nm Titicaeasee, bald in Sibirien, bald in Europa selbst suchen zn müssen glaubt, wirklich bestimmt wäre, so würde es sich noch fragen, ob man diesem Urvvlke auch nur die Art von Poesie zuschreiben könnte, die Jaeobvwski als „Urlyrik" bezeichnet, in Urlyrik der Lnst, Urlyrik der Unlust und Urlyrik der gemischten Empfindungen gliedert (wobei er übrigens der Meinung ist, daß der „primitive Mensch" mir eine Lyrik in Interjektionen und Lauten gekannt habe, „die reiner Lnst oder reiner Unlust entsprang") und zunächst auf die beiden „Grnndtriebe" Hunger uud Liebe zurück­führt, denen sich dann eine Urlyrik der Gesichtsempfindungen und der Ge­hörsempfindungen hinzugesellt habe. Die Untersuchungen werden hier immer auf mehr oder minder geistreiche und willkürliche Schlüsse hinauslaufen, nament­lich wenn sie nicht mit ruhiger Objektivität geführt, sondern mit der Tendenz