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Unser Standpunkt in den sozialen Kämpfen der Gegenwart
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Die preußische Steuerreform

reden und handeln, wie der Freiherr von Stumm und andre weit weniger wohlwollende und hochherzigeJndustricfeudale." Also insofern sind alle Klassen gleich. Von den herrschenden Klassen aber kann man in diesen kri­tischen Tagen wohl fordern, daß sie über den Vorteil, der ihnen vor der Nase liegt, Hinanssehen und sich fragen, wie es um ihre Kinder und um die idealen Güter des Vaterlandes stehen werde, weun es so weit kommen sollte, daß die Zahl der Besitzloseil in Deutschland drei Viertel oder fünf Sechstel der Bevölkerung betrüge.

Die preußische Steuerreform

ie von der preußischen Regierung abhängigen Zeitungen und auch neuerdings derNeichsauzeiger" bringen verschiedne Aufsätze über die beabsichtigte weitere Steuerreform, uud die Federn aller Zeitungsschreiber sind bereits in Thätigkeit, um zu dem Reform- ProjekteStellung zu nehmen," d. h. es im Parteiinteresse einer Erörterung zu unterziehen. Denn die politischen Zeitungen und leider auch unsre politischen Parteien können das Parteiinteresse nicht von sich streifen; diesem Interesse, nicht der Logik und der Wissenschaft leisten sie Heeresfolgc. Die Zeitungen der nationalliberalen Partei, die den Finanzminister als ihren Genossen betrachten, vor allem dieNationalzeitung," loben das Reform- Projekt unbedingt; diesem Lobe treten auch die klerikale und die konservative Presse, namentlich dieKrenzzeitung," die für ihre Partei auch den Wegfall der Grnndsteuer hofft, bereitwilligst bei, und nnr dieFreisinnige Zeitung," die Stimme Engen Nichters, sowie einzelne Zeitungen der Mittelparteien erheben sachliche Bedenken, fordern insbesondre vor Abgabe eines schließlichen Urteils eine vollständigere Darlegung des Steuernmbildungsplnnes. Diese Forderung erscheint auch völlig gerechtfertigt, da der imReichsanzeiger" veröffentlichte Plan die eigentlichen Absichten noch nicht klar erkennen läßt. Auch fehlen bis jetzt genaue Angaben über den Betrag der neuveranlagten Einkommensteuer, Ob das Mehr, das zur Umbildung der übrigen Steuern verwandt werden soll, bei ihr vierzig oder fünfzig Millionen Mark beträgt, steht noch nicht fest, ebensowenig, wie sich das Mehr auf die Provinzen und Kreise, auf die Städte und das platte Land verteilt. Auch der Ertrag der einzelnen Einkommens­quellen, also s,) Kapitalvermögen, b) Grundvermögen, v) Handel und Gewerbe, ä) gewinnbringende Beschäftigung, <z) Einkommen der Aktiengesellschaften müßte vorher im ganzen nnd nach Provinzen und Kreisen angegeben werden, endlich