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Ein römischer Gesellschaftsroman
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romauen des vorigen Jahrhunderts, die ebenfalls eine große Weltkenntnis nnd die Lebenswahrheit der Schilderung mit der Borliebe für das unanständige verbinden. Ein Franzose war auch der erste Übersetzer des Romans, während die Deutschen erst durch Wilhelm Heinse, der in Petron einen Geistesverwandten zu erkennen meinte, eine Übersetzung davon erhielten. Doch leiden diese und spätere Übertragungen an einer gewissen Ungelenkigkeit nnd au Mißverständnissen, die durch die Schwierigkeit verursacht worden sind, Petrons Sprache in all ihrer Feinheit, mit den zahlreich eingestreuten Sprichwörtern und der absicht­lichen Beimischung von volkstümlichen Ausdrücken und Sprachfehlern, aus denen es zuweilen wie ein Mauscheln zu uns tönt, in einer neuen Sprache wiederzugeben. Erst Ludwig Friedländcr hat den bedeutendsten Abschnitt des Romans, das Gastmahl des Trimalchio, mit wahrer Meisterschaft übersetzt") und mit seiner nmfasseuden Kenntnis des römischen Lebens aufs trefflichste erläutert. Der einleitende Abschnitt über Petrons Leben und sein Werk, der Abdruck von Leibnizens Bericht über die Aufführung des Gast­mahls des Trimalchio am Hofe von Hannover im Jahre 1702 und die Dar­stellung des Städteweseus in Italien im ersten Jahrhundert sind ebenso mert- volle Beigaben, wie die erklärenden Anmerkungen, die dem Text und der Übersetzung folgeu. Alle, die des Verfassers Darstellungen aus der Sitten­geschichte Roms kennen und schätzen, werden cmch in diesem Buche Friedläuders reiche Belehrung nnd Unterhaltung finden.

Robert Schumanns Briefwechsel

mit Henriette voigt

Mitgeteilt von Julius Gen sei 1

n derErinnerung an eine Freundin," die Robert Schumann in Nr. 40 seiuerNeuen Zeitschrift für Musik" vom 15. No­vember 1839 der kurz zuvor verstorbnen Henriette Vvigt geb. Kuntze gewidmet hat, ist einer interessante» Sammlung von Briefen gedacht, die aus ihrem Verkehr mit vielen namhaften Künstlern herrührten. Zu den Perlen in diesem Schatz, der nunmehr nach Verlauf eines halben Jahrhunderts wohl auch gehoben werden wird, gehören Schumanns eigne Briefe an diese Freundin. Sie sind, fünfzehn an der Zahl, sämtlich schon gedruckt. Trotzdem glaube ich Schumanns Freunden und

estrouii 0snu, 'Irimulotiidnis. Mit deutscher Übersetzung uud erklärenden An­merkungen von Ludwig Friedländcr, Professor in Königsberg. Leipzig, S. Hirzel, 1891.