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Die Volksschullehrer und die Volksschule
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Die Oolksschullehrer und die Volksschule

ie größte Heuchelei unsrer Tage ist die Heuchelei gegen den Stand der Volksschullehrer, Jede Partei schmeichelt ihnen. Jeder Staatsmann weiß ihre hohen Verdienste zu rühmen. Man sollte meinen, Schaden gäbe es gar nicht im Lehrerstande. Ein Geschichtschreiber späterer Tage, der die öffentlichen Knndgebungen unsrer Zeit als Quellen benutzt, wird erstaunen, daß in dieser Zeit, wo nichts vor der Kritik sicher war, dieser einzige Stand von allen Seiten erhoben wurde. Wie kommt das? Mängel im Lehrerstandc wagt keiner aufzudecken. Denn man fürchtet seine Feindschaft, weil man seine Macht kennt. Jeder sucht diese für sich zu gewinnen. Aber man wendet das billigste auf, was es heutzutage giebt, uämlich Worte. Den größten Schaden davon hat der Lehrerstand selber. Er nimmt das, was ihm von allen Seiten gesagt wird, treuherzig für bare Münze. Warum auch nicht V Hrme volnmus, orsdinui^ lidentsr und wer wollte nicht gern eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen! Will aber der Lehrer das Eingenommene wieder ausgeben, so giebt ihm keiner etwas dafür.

Es dürfte an der Zeit sein, den von allen Parteien genasführten Lehrern die Wahrheit zu sagen. Auch im Interesse des Staates ist es, die Lehrer­frage offen zu behandeln. Auf die Dauer läßt sich das seither beliebte System des Wortemachens nicht mehr sortsühren. Thut man es trotzdem, so werden über kurz oder lang dem Lehrerstande die Angen aufgehen, und die Ent­täuschung mnß einen elementaren Wutausbruch der zweiuudsechzigtausend Lehrer der preußischen Monarchie hervorrufe». Deshalb entschließe man sich, die Forderungen des Lehrerstandes anzuhören nnd zu prüfen. Dann frage mau: Kann der Staat diesen Forderungen gerecht werden? Lautet die Ant­wort ja, so laffe man statt der Worte Thaten sehen. Heißt sie dagegen nein, dann gebe man sie offen dahin ab. Übertriebne, nicht erfüllbare For­derungen aber haben wenn man es mit vernünftigen Menschen zu thun hat immer vorhaudne Mißstünde zur Grundlage. Mau suche diese auf und beseitige sie. So allem kann die Sache zu beiderseitigem Besten ge­ordnet werden.

Was fordert ein ideal angelegter, folgerichtig denkender Lehrer von heute?