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lhn auch nicht zu verstehen geeignet sind. Sie unterbrechen denn auch den Erzähler mit boshafte» Bemerkungen, aber sie sind nicht imstande, das immer höher emporsteigende Charakterbild Oversbergs herabzuzerren. Diese Form so zu bewältigen war nur der ursprünglichen dramatischen Anlage der Ebner möglich. Für Oversberg selbst kann man sich nicht recht erwärmen, man kann 'hu, der das Maß der Selbstaufopferung, das einem ehrlichen Manne zugemutet werde» kann, weit überschreitet, nur kühl bewundern. Oversberg verzichtet auf seine geliebte Brant, um ihre» Vater, der das Geld der Tochter nicht klug ge»»g verwaltet hat, vor Skandal zu retten. Das geht noch nn. Das; aber Oversberg auch noch mit dem unsympathischen Manne zusammenlebe» kann, dem sich seine Braut verkaufe» mußte, ist doch wohl zuviel, und wohl auch nicht recht wahrscheiulich, so lange man sich Oversberg als einen vvllkvmmnen Mann denken soll. Die andern Figuren, insbesondre die tragisch rührende Braut, sind Meisterstücke der Gestaltung. Passionsblume», Mädche», die mit unendlicher Heiterkeit uud Amnut ins Lebeu hiueiiischreiten, bis sie von seiner rauhen Hand gepackt werden, weiß d:c Ebner mit wunderbarer Feinheit zu zeichnen. Es ist, als schöpfte sie aus eignen: Erlebnis! in all der Liebe so viel Wehmut über die früh getäuschte Illusion! Hier steht die Dichterin auf der Höhe ihrer Kraft.
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ic Eiusetzuug des Rates der Zehn in Venedig nach Tiepvlos Verschwörung im Jahre 1310 hat den Seiisatioiisbedürftige» jener Zeit kaum mehr Anlaß zum Staunen geben könne», als das neueste sensationelle Ereignis in der Berliner Knnst, das Zusammentreten der „Elf," geweiht durch eiue Ausstellung ihrer Werke in Schuttes Kunstsalon. Die Elf! wie groß und gewaltig das klingt, Mie drohend und wie herausfordernd! Was bedeuten einem Ereignisse von solcher Tragweite gegenüber die sachlichen Ereignisse des Tages, die Zurückziehung des Volksschulgesetzes, die jüngsten Heldenthaten des Anarchismus und der Dynamitbolde, Ministerwechsel und alles andre, was die Gemüter bisher bewegt! Die Elf — Wir sind die Elf, die einzigen wahren Vertreter moderner Kunst, alles übrige ist gewesen und gilt nichts mehr, alles übrige ist nicht der Rede, nicht des Ansehens wert, und wenn einer käme und sagte: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, der zwölfte in enrer Mitte," so wären wir zn bedauern, das Unmögliche uicht möglich macheu zu können, denn dann wären wir ja nicht mehr die Elf. Vor uns hat es keine Talente gegeben, nach uns wird Grenzboten II 1892 29