Die Faustdichtungen der Sturm-- und Drangzoit
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Umkehrung der natürlichen Bedentung großer Beispiele würde nur ein Beweis von der Geduld der Worte sein. Wir entgegnen vielmehr folgendes. Außerordentliche Talente können nicht aus einer im übrigen nur gewöhnlichen Höhe des Geistes hervorrage.,, soudern haben überdurchschnittliche allgemeine Geisteskraft zur Begleitung. Darum sind wir auch so gespannt auf die Aussprüche eines großen Komponisten oder Malers, auf die politischen Äußerungen eines großen Feldherrn. Wir suchen und finden Geist und Tiefe in den Briefen Beethovens und entdecken Künstler in den heerführenden Verfassern der Werke über den deutsch-französischen und den gallischen Krieg. Wer würde jedoch nicht die Verkehrtheit einer Anschauung erkennen, die in jenen Nebenbeschäftigungen außerordentlicher Geister Ursachen, nicht Begleitungen ihrer Hauptstärke sehen wollte! Vermöge des gewaltigen Maßstabes zeigen auch die bei einem gewöhnlichen Geiste unsichtbar kleinen Nebensächlichkeiten achtunggebietende Größe.
Was die übrigen Einwendungen betrifft, so läuft der Verzicht auf eine förmliche Widerlegung freilich auf eine Bitte um Glauben hinaus; allein der Unterstützung dieser Bitte würde ein versuchter Beweis doch bedürfen. Wie oft ist ein Beweis außerhalb der Mathematik möglich? Selten ist, was sich dafür ausgicbt, etwas andres, als eine nur iu die Form eines Beweises gelegte Kette von Sätzen. Bei umstäudlicheu, verwickelten Fragen ist es immer so, wenigstens was den vorwärts schreitenden Beweis angeht; der statistische oder rückwärts schreitende Beweis ist aber oft unstatthaft. Dann stützt sich die Wirkungskraft einer Schrift wesentlich auf die Überzeugung des Lesers, das; er es mit einem sowohl den Stoss durchdringenden, als das Rechte wollenden Verfasser zu thnn habe. In solchem Fall befindet sich die vorliegende Betrachtung; ihr Verfasser hofft in dem Streit nm die Erziehung unsrer Jugend auf einem ihm bekannten Gebiete ein Wort gesagt zu haben, das durch deu Eindruck unparteiischer Wahrheitsliebe znr Klärnng der Anschauungen beitragen wird.
Die Faustdichtungen der ^turm- und Drangzeit
von Lrich petzet
ie Sturm- und Drangperiode des vorigen Jahrhunderts ist eine Revolutionszeit und hat ihrem Charakter gemäß wenig bleibende oder gar vollendete Kunstwerke hervorgebracht. Aber gerade in ihren Schwächen beruht großenteils ihre Bedentung, sie beruht in der rücksichtslosen Einseitigkeit, mit der sie ihre neuen Ideen predigte, in dem weit über das Ziel hinausschießenden Ungestüm, der alles,