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Personentarifreform und Zonentarif
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Aersonentarifreform und Zonentarif

er laute, zum Teil etwas aufdringliche Lärm, mit dem die Ver­fechter des allein seligmachendeu Zonentarifs eine Zeit laug nicht bloß in der Tagespresse, sondern auch in besondern Schriften und sogar in eigens gebildeten Vereinigungen für ihre „volk- beglückeudeu" Ideen eingetreten sind und eifrig die große Reklame­trommel gerührt haben, ist endlich verstummt. Die beabsichtigte Erregung der „öffentlichen Meinung" für jene in den verschiedensten Formen hervorgetretneu Projekte ist einer ruhigern, sachlichern Beurteilung gewichen, die diesen Pro­jekten nicht gerade zum Vorteil gereicht. Das lebhafte Interesse für eine zweckmäßige Umgestaltung unsrer Personentarife ist zwar seither durch wichtigere Tagesfrngcn mehr in den Hintergrund gedrängt worden, ist aber, wie noch jüngst aus den Verhandlungen des preußischen und des bairischen Landtags zu ersehen war, uicht vollständig erloschen. Der bekannte deutsche Reformplnn, der neben der lange ersehnten Vereinfachung der Tarife im großen und ganzen auch beträchtliche Ermäßigungen der bisherigen Sätze in Aussicht stellt, hat sowohl iu der Presse als auch bei deu meisten der zunächst um eine gutacht­liche Äußerung darüber angegangnen wirtschaftlichen Körperschaften (Bezirks­eisenbahnräten) eine überaus ungünstige Aufnahme gefunden, die teilweise einer völligen Ablehnung gleichkam. Die dafür geltend gemachten Gründe lassen erkennen, daß dabei weder die gegenwärtige Finanzlage der Eiseubahuver- waltungen, der sie wohl oder übel Rechnung tragen müssen, überall nach Gebühr gewürdigt worden ist, noch der Gesichtspunkt durchweg den Ausschlag gegeben hat, was der Gesamtheit wenn auch nicht überall den verschieden­artigen Eiuzelinteresseu frommt.

Bei dieser Lage der Sache ist es als ein dankenswertes Unternehmen zu betrachten, daß sich der Geheime Regierungsrat Ulrich im preußischen Mini-

Greuzl'vten II 1892 19