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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur

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Übernahme der Beobachtungen an einer meteorologischen Station zu recht störenden Unregelmäßigkeiten in der Lebensweise führt. G. w.

Vom deutschen Buchhandel. Den beiden im 14. Hefte der Grenzbvten enthnltnen und nur zu gut zusammenstimmenden Mitteilungen: „Bismarck und der deutsche Buchhandel" und „O Berlin!" möchte sich das nachfolgende zur Her­stellung des Dreiklangs anreihen.

Jemand traf kürzlich den Besitzer einer großen Sortimentsbuchhandlung bei der Durchsicht eines ganzen Stoßes von Ankündigungen neuer Bucher. Im Unmut über den Inhalt des Packets ließ der Buchhändler den Freund auch eineu Blick hiueiuthun, schien jedoch bald darauf zu bereueu, einem Fremden diese Geheimnisse seines Berufes Preisgegeben zu haben. Um Geheimnisse handelte es sich allerdings nur insofern, als der bei weitem größte Teil der im unverfälschten Marktschreier­stil angepriesenen Neuigkeiten zu jener Litteratur gehört, die man ehedem geheim nannte, die sich aber dank der Preßfreiheit und des Fortschritts im allgemeinen jetzt der allergrößten Öffentlichkeit erfreut. Dem Fremden war dabei zu Mute, als sähe er die Ankündigungen von Geheimmitteln und Präservativen, die gewisse vielgelesene Zeitungen abzudrucken sich nicht schämen. Uud was uicht in diesem Sinne unanständig war, das spekulirte doch ausschließlich auf den Geschmack des Lesepöbels. Das meiste stammte aus der Reichshauptstadt, der Metropole der In­telligenz und des feinen Tons, aber auch Klein-Pnris fehlte nicht. Nicht ein Buch ist darunter, sagte der Buchhändler, das ich in meinem Geschäfte dulden möchte!

Ist das nicht hocherfreulich zwanzig Jahre nach dem großen Kriege nnd der Aufrichtung des deutsche» Reiches? Aber wen sollen wir anklagen? Gemeine Ge­lüste und gemeine Geschäftsleute, die auf solche Gelüste ihre Thätigkeit berechnen, wird es immer geben, und die volle Freiheit heilt ja, wie es tausendmal beteuert worden ist, selbst sofort alle Übel, die in ihrem Schutze entstehen. Wir sind be­gierig, wann der Heilungsprozeß seinen Anfang nehmen wird!

^SÄM

Litteratur

Die soziale Reform als Gebot des wirtschaftlichen Fortschritts. Von Dr, Hein­rich Herkner, a. o. Professor der Nat!onalökonomie an der Universität Freiburg i. Br. Leipzig, Duncker und Humblot, 1891

Der Ausführung eines unsrer eignen sozial- und wirtschaftspolitischen Grund­gedanken, daß nämlich die chronische Absatzstockung, an der unsre Industrie leidet, nur durch Erhöhung der Arbeitslöhne geheilt werden konnte, ist auch die vor­liegende Schrift gewidmet, die eine Menge interessantes statistisches Material bei­bringt und schon darum gelesen zu werden verdient. Als Mittel gegen die Mil­lionärseuche, die nach den Enthüllungen des Bvchumer Steuerprozesses und nach den Ergebnissen der neuen Preußischen Einschätzungsmethode weit ärger ist, als der Uneingeweihte vor zwei Jahren zu vermuten sich erkühnte, schlägt Herkner außer deu bereits ergriffnen Maßregeln: Arbeiterschutz uud Arbeiterversicherung, noch folgende vor: progressive Einkommen- und Erbschaftssteuer, Verstaatlichung und Komnmnalisirung der dazu geeigneten Betriebe, Bekämpfung des Wohnung?-