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Die Erziehung zum Soldaten
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Staat und Kirche

Visionen eine schöne Frau dem Lorbeerkranz zur Seite steht, thut der Soldaten- Mäßigkeit seines Traumes keinen Eintrag; Franenverehrung ist das alte Vor­recht der Träger des Schwerts, und daß die Schönheit dein Mute gehört, ist das Wort eines andern, Kleist nahe verwandten Dichters unsrer Tage.

Wenn ein Zweig in einen theoretischen lind einen praktischen zerfällt, so wird gewöhnlich erst die Theorie durchgenvmmen. Ob dies im allgemeinen richtig oder falsch sei, lassen wir dahingestellt. Der militärische Unterricht soll jedenfalls immer den umgekehrten Weg gehen. Nehmen wir an, es handle sich um die Lehre von der Elektrizität. Wie viel gröszern Eifer wird der Schüler der Erklärung des Weseus dieser Kraft entgegenbringen, wenn er eine Reihe ihrer überraschenden Wirkungen angesehen hat! Der Enderfvlg stellt gewisser­maßen die ganze Lehre anschaulich hin, beugt dem Verlust des Zieles während der Entwicklnng der Lehre vor und erhält den Zusammenhang. So wird der Gefahr der Verirrnng des Geistes begegnet, die so leicht infolge des unver­meidlichen Vvrtragcs langer Theorien anftritt. Die Gewöhnung aber, beim Denken nie das Ziel und den Zweck zu verliere», nicht die Gedanken ihrem zufälligen Gang zu überlassen, ist für den angehenden Soldaten unumgänglich notwendig. Sollte das Verständnis abbrechen, die Auffassung unterwegs er­lahmen, so ist es immer noch besser, wenn eine Erscheinung geheimnisvvll bleibt, als wenn der Schüler eine lange Schlußfolgerung aufsagt, iu der er den Faden verloren hat. Wenn man den Gang von der Theorie zur Praxis der Aufwicklnng, den von der Praxis zur Theorie der Abwicklung eines Knäuels vergleicht, so hat man ein Bild der Eigentümlichkeiten beider Me­thoden nnd wird den hervorgehvbnen Vorzügen der letztern beipflichten.

Die Lehrmethode soll daher die angenblickliche Leistung bevorzugen; eine rasche, zufriedenstellende Antwort gilt mehr als eine zögernde, wenn auch er­schöpfendere; der Vortrug soll stets zuerst das Ziel, den Zweck geben nnd sich nicht davon durch allzuweit ausholende Begründung entfernen.

(Schluß fvlgt)

Staat und Kirche

Geschichtsphilosophische Gedanken

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er schwerste Vorwnrf, den man in den letzten Jahrzehnten gegen die katholische Kirche erheben zu köuueu glaubte, war der, daß sie vvn Haus aus in einem gewissen Gegensatze zum Staate stehe nnd völlige Unabhängigkeit von ihm uicht allein bean­spruche, sondern sogar zu behaupten vermöge. Ob dies aber

nicht ein Lob ist? Ein Wesen, das sich andern Wesen gegenüber in seiner Greiizboteu II 1892 U