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Die Erziehung zum Soldaten
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Die Erziehung zum Soldaten

von Nees von Gsenbeck enn von Erziehung die Rede ist, muß zwischen allgemeiner und besondrer Erziehung unterschieden werden. Die allgemeine Er­ziehung will auf eine solche Anwendung der Jugendzeit als der Zeit des Werdens hinwirken, daß der Zögling beim Schlüsse der Erziehung in möglichst großer Kraft des Leibes und des Geistes dastehe. Die Grenze des Erreichbaren wird dabei von der natürlichen Beschaffenheit des Zöglings gezogen, die die Erreichnng einer gewissen Höhe der Kraft unter den günstigsten Umständen als äußersten Maßes gestattet. Den In­begriff dieser güustigstcn Umstände soll eben die allgemeine Erziehung vorstellen.

Ein ganz andres Ziel verfolgt die besondre Erziehung. Diese berück­sichtigt die Anforderungen, die nach Ablauf der Erziehnngsjahre das Leben an den Mann stellt. Ihre Aufgabe ist, die höchstmögliche Leistung in einem be­stimmten Fache vorzubereiten.

Nicht selten wird der Fall sein, daß ein Knabe ganz einer besondern Er- ziehnng unterworfen wird. Naphael Mengs, der zum bildenden Künstler, Mozart, der zum Tvnkttnstler erzogen wurde, sind große Beispiele dafür nach der geistigen, die unglücklichen Kinder, die vom zartesten Alter an zu künftigen Akrobaten abgerichtet werden, Beispiele nach der leiblichen Seite. Weit seltner ist der entgegengesetzte Fall einer lediglich allgemeinen Erziehung. Am häufigsten wird er vorkommen in Ländern, wo, wie in England, der Reichtum groß nnd ein bernfloses Dasein der Männer nichts ungewöhnliches ist; in Deutschland sind die nur zum Menscheu erzognen Männer vielleicht am seltensten.

Bei der Berechtigung, die beide Erziehungen in Anspruch nehmen dürfen, kann es nicht fehlen, daß zwischen ihren Anhängern ein bestündiger und schwer zu schlichtender Streit besteht. Zwar darüber wird Einigkeit bestehen, daß an

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