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Aus dänischer Zeit : 13. Jahrmarkt und Theater
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Willy Hinrichsens Thränen seinem Vater galten, der Frnn Holsten die Zähne auf Probe geliehen hatte. Es war überhaupt eine traurige Geschichte. Wir mußten alle, ohne das Lustspiel gesehen zu haben, wieder nach Hause gehen, uud es gab Menschen, die sogar an der Kasse ihr Geld zurückverlangen wollten. Aber das half ihnen nichts: die Kasse war geschlossen, und die Kassirerin, die für diesen Abend als Baronin verkleidet gewesen war, hatte sich ein Loch in den.Kopf gefallen, das zugenäht werden mußte. So haben wir dieReise auf gemeinschaftliche Kosten" nicht gesehen und wissen bis zum heutigen Tage noch nicht, wieviel Menschen darin umgebracht werden. Die Hutschachteln unsrer Tante retteten wir übrigens und stellten sie wieder auf ihren Vodenplatz, ehe die Tante daran dachte, nach ihnen zu fragen. Später sprach sie von aller­hand Beschädigungen dieser kostbaren Gegenstünde, über die sie ebenso erstaunt wie entrüstet war; wir liefen aber stets aus dein Zimmer, wenn sie davon zu redeu anfing.

Holstens gaben nach dieser Vorstellung keine andre mehr. Sie waren wirklich recht bedauernswert; besonders da Peter Witt eine große Ent­schädigungssumme für seinen Wagen verlangte, der plötzlichso gut wie neu" geworden war. Es wurde für sie gesammelt, und dcum verschwanden sie und erschienen erst nach einigen Jahren wieder.

Inzwischen hatte aber die Kunstliebe auch andre Kreise der Stadt erfaßt. Unser Schvrusteinfegermeister leitete eine Dilettantenbühne, uud uoch oft haben wir nns vom Großvater stürmisch das Geld erbettelt, um in der Theaterscheuue unsern Schornsteinfeger wild detlamiren zu hören. Er hatte eine so interessante dunkle Hautfarbe, daß wir ihn viel lieber hatten als Sigismund Holsten.

Aber auch die Dilettantenvorstellnngen nahmen ein Ende, wie alles Schöne auf dieser Welt, und allmählich mochte gar niemand mehr an etwas Lustiges denken. Nahte sich doch etwas mit schweren Fittichen, das den Großen die Lebensfreude nährn, aber mich die Kleinen bedrückte: das war der Krieg, eine bittere Notwendigkeit für Schleswig-Holstein. Mit der Thenterfrende war es da vorbei für lange Zeit.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Von der svzialdemvkratischen Presse. Drei Dinge waren es in den letzten Wochen, auf deren Behandlung in den Blättern der Sozialdemokratie wir einigermaßen gespannt waren: der Schulstreit, der 18. März und der Gewerk­schaftskongreß. Beim Schulstreit traf unsre Erwartung zu: für diegroße Volks­bewegung," denneuen Frühling des Liberalisinns" hatten sie nichts als Ver­ächtlichen Spott, und demgemäß haben sie auch die Ministerkrisis als/ Bagatelle