Aus dänischer Zeit
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nicht darauf rechnen. Geht es, wie es seither in unsrer Litteratur immer gegangen ist, so werden ein paar Bücher geschrieben werden, die die Kraft und den Lebensvdem in sich haben, die Massen zu ergreifen und innerlich zu erheben. Der Weiinarische Verein und uoch manch andrer Verein zur Förderung guter Volkslitteratnr weist sie mit großer Anerlennnng einzelner Vorzüge und noch größerem Bedenken wegen dieses oder jenes Mangels zurück. Sie finde» kümmerlich einen Verleger oder Drncker und thun dann ihre Wirkung, die man nicht für möglich gehalten hätte. An Nachahmungen und Nachbildungen wird es dann nicht fehlen. Kommt es anders und besser, nun, so wollen wir die ersten sein, die renmütig und freudig eingestehen, daß sie Unrecht gehabt haben.
Aus dänischer Zeit
^Z. Jahrmarkt und Theater
nnstliebend war nnser Städtchen uicht besonders; hin und wieder kamen aber doch mnsikalische und geistige Größen zu uns, die dann nicht bloß stürmische Bewunderung, sondern auch Anerkennung in andrer Form verlangten. Natürlich veränderte sich unsre künstlerische Bildung mit den Jahren. Zuerst war es der Poli- chiuellkasten mit Hans und Grete, über dem wir Essen und Trinken, Hans und Schule vergaßen. Mit einigen Bankschillingen in der Tasche zogen wir zum Herbstjnhrmarkt, indem wir den unglücklichen Hausgenossen, die gezwungen oder freiwillig daheimblieben, gnädigst einen Knchen versprachen. Waren wir aber einmal auf der Straße und hörten in der Ferne das Blasen der Jahrmarktstrompeten nnd die Musik der Karussells, dann vergaßen wir ebenso schnell die heiligsten Versprechen wie die innigsten Familienbande, wir stürzten uns in den Strudel des Marktvergnügens und dachten erst dann wieder an die Freude» des Elternhauses, wenn wir todmüde, mit Leib- oder andern Schmerzen behaftet, von irgend einein dienstbaren Geist oder einem Angehörigen, der uns schon seit Stunden gesucht hatte, der Stille des Schlafgemachs zugeführt wurden.
Der Herbstmarkt, anch Gallusmarkt genannt, wurde Svnnabens durch die Kirchglocken eingeläntet. „Sundsweg, lingelang, Schelm und Deev") kamt in das Land," sangen wir dazu. Acht Tage später wiederholten wir das Lied mit dem Zusatz: „Schelm uud Deev gaht nt das Land!" Das erste Verslein gefiel
*) Diebe.