Die Vorbildung der höhern Forstbeamten,
besonders in Preußen
(Schluß)
ir kommen nun zum Unterrichte selbst, wie er nach Umfmig und Methode jetzt ciuf den Akademien erteilt wird und erteilt werden kann.
Das juristische Fach können wir kurz abthun. Die Kenntnisse darin kann sich der Fvrstbeflissene auf der Akademie erwerben, und er thut es auch mit Rücksicht auf die dort abzulegende Prüfung. Die Universität, die er meist am Schlüsse seiner Studienzeit besucht, dient ihm uicht zur Aneignung der juristischen Kenntnisse, sondern meist wird die Universitätszeit zur Vorbereitung auf das bevorstehende Referendarexamen benutzt.
Der Unterricht in den Forstfächern krankt, wie gesagt, im allgemeinen au der Überbürdung der Dozenten, sei es durch Verwaltungsgeschäfte, sei es durch eine zu große Zahl von Fächern. Um uicht mißverstanden zu werde», sei betont, daß die Studierenden für ihre spätere Thätigkeit als Verwaltuugs- beamte übergenug lernen können; damit ist jedoch die Aufgabe des wissenschaftlichen Lehrers nicht erfüllt. Ein Dozent der Akademie Münden nennt das Revier die Mördergrube der Wissenschaft, und er hat Recht. Die Verwaltung des Reviers würde ohne die Akademie die ganze Kraft eines Mannes erfordern, zumal heutzutage, wo die Arbeit als Vorsteher der Kranken-, Altersund Invalidenversicherung, als Forstanwalt, Amtsvorsteher u. s. w. uicht unbedeutend ist uud manchen Federstrich nötig macht, die Holzverkäufe manche Stunde in Anspruch nehme», die Wünsche der Holzhändler sich steigern, der Hvlzmarkt Berücksichtigung verlangt und neuere Errungenschaften der Technologie und Chemie dem Oberförster doch auch nicht gänzlich unbekannt bleiben dürfen. Rechnen wir zu all diesen Mühewaltungen die Sorgen des Hausvaters, so ist die Frage: Wie sollen die Wissenschaft und die Forschung dabei gedeihen,? höchst müßig. Man wendet ein : Zur Entlastung giebt man den Herren einen Assistenten. Dein Dozenten wird dadurch seine Bürde freilich erleichtert, aber Grenzt'vte» tl 8