Der deutsche Unterricht auf dem Gymnasium
und die neuen preußischen Lehrpläne
er Lieblingsgegenstand aller Schulneuerer und, außer Zeichnen und Turnen, das einzige Unterrichtsfach, das in den neuen preußischen Lehrplänen eine erhöhte Stundenzahl auszuweisen hat, ist das Deutsche. Nach der Denkschrift, mit der die Regierung die neuen Lehrpläne dein Landtag empfohlen hat (Berlin, W. Hertz 1892), galt es bei „Bemessung des Lehrziels, der Lehraufgaben, der methodischen Bemerkungen uud Erläuterungen auch den intensiven Betrieb des deutscheil Unterrichts in jeder Weise zu fördern."
Die Stundenzahlen für das Deutsche lauten jetzt in den ueuu Ghmnasial- klasseu 3. 2. !! (statt 2). 2. 2. Z (2). Z (2). Z. 3°. Die Erhöhung in den beiden Sekunde» rechtfertigt sich von selbst, für Quarta mag der Eintritt häuslicher Aufsätze (Nacherzählungen) entscheidend gewesen sein. Die Tertien müssen sich wieder mit der alten Stundenzahl (2) behelfen, vermutlich weil die drei dein Lateinischen und Griechischen abgesparten Stunden mit dem neu hinzugekvmmnen Zeichnen nnd der — nach Wegfall der vier Stunden in Quinta — nötig gewordnen Verstärkung des Französischen aufgehn. Das mag sich bei deu Schillern ausgleiche», die das Gymuasiuni durchmachen; der in Sekunda abgehende, auf den die Lehrpläne sonst, in der Geschichte und in der Mathematik, eine weitgreifende Rücksicht uehmeu, kommt dabei offenbar zu kurz, namentlich gegen die Bürgerschüler, die ja am Ende ihrer sechsjährigen Laufbahn beinahe doppelt soviel deutsche Stunde» genösse» haben, als er: 5. 4. 5. 5. 4. 3.
Wichtiger ist die Frage: Was thun die neuen Lehrpläne zur innern Kräftigung des deutscheu Unterrichts?
Grenzdvwi I! 1892 7