Zur Geschichte des deutschen Briefstils
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des Schönen, des Papstes Clemens oder Eduards von England geworden. Aber dürfen wir jemand einfach als windigen Projektenmacher beiseite werfen, dessen teils von ihm selber zuerst ausgesprochene, teils von ihm weiter durchgearbeitete Gedanken, obwohl alle für wirkliche Umwandlung in die That zu seiner Zeit nnreif und verfrüht, die Stichworte für die öffentlichen Meinungskämpfe späterer Jahrhunderte geworden und heute entweder durchgeführt sind oder noch als „moderne Probleme" fortbestehen? Am meisten interessirt ohne Frage Dnbois durch seine Ideen über innere Reformen uud Umwandlungen, aber auch die Zukunft am Bosporus und die rocmpMMo teiras SMvwe sind heute noch die große politische Frage Europas, als die sie Dubois aufgenommen wissen wollte, uud Kräfte, wie er sie herbeigezogen wünschte, religiöse Propaganda, überlegne Kultur, Kvlouisativn, Handel und Kapital, wenn auch M den Formen einer anders gewvrdnen Welt, arbeiten mit an ihrer Lösung. Nur daß auf den Fahnen des vordringenden Europas nicht mehr, wie der Unterthan König Philipps allein träumen und denken konnte, die Worte „Rom" und „Lateiner," sondern auch manche andre stehen, darunter in geheimnisvollem, drohendem Glühen die Losung: Zar und Griechen.
ur Geschichte des deutschen Briefstils
von Ernst Groth
an hat den Brief die Physiognomie des Charakters, das Spiegelbild der Kultur genannt. In der That giebt es kein Erzeugnis des menschlichen Geistes, keine Urkunde der geschichtlichen Überlieferung, die uns einen so klaren und so tiefen Blick in das äußere und innere Leben der einzelnen Menschen und einer ganzen Zeit gewährte, wie der Brief.
Der Mensch bleibt immer der interessanteste Gegenstand aller Forschungen, Studien und Darstellungen. Und jeder Philosoph, Naturforscher, Künstler und Dichter kann unsrer gesteigerten Aufmerksamkeit sicher sein, sobald er ^gend ein dunkles Problem der menschlichen Natnr zu lösen versucht. Auch die Geschichtschreiber scheinen nach einer heftigen Fehde, die noch jetzt die Gemüter in Spannung hält, immer mehr zu der Überzeugung zu kommen, daß die eigentliche Geschichte des Volkes nicht in den großen Haupt- und Staatsaktionen, noch in den kriegerischen Ereignissen uud diplomatischen Verhandlungen zu suchen sei. Sie erkennen immer mehr, daß man mit seinen Forschungen aus den Fürstenschlösscrn in die Bürgerhäuser zu treten habe,