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er lachen und unserm Heinrich zunicken und zutrinken, bis es diesem ungemütlich wurde und er uns ein Zeichen gab, daß wir fortgehn wollten. Habt ihr noch Kuchen? fragte er. als wir auf der Straße standen- Wir hatten Hünde und Taschen voll, und er nahm von jedem von uns einen Teil. Das ist für Polizeidiener Weber! sagte er. Sein Bein ist immer noch nicht besser, und es soll ihm arg weh thun. Ich leg es ihm gleich ins Fenster!
So geschah es denn auch, und ich glaube, diese süße Spende hat den guten Weber getröstet über die klägliche Rolle, die er am Polterabend gespielt hatte. Jürgen und ich waren aber auch zufrieden, denn ins Gefängnis sind wir nicht gekommen.
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Noch ein Wörtcheu zum Schulradau. Auf einer westfälische» Protest- Versammlung äußerte ein Redner, die Losunq sei nicht: Atheismus oder Christentum, sondern: freie Forschung oder Dogmenzwang. Ja, wollen denn die Herren die bisher ungelösten theologischen Streitfragen, wie die nach der Abstammung des Menschengeschlechts uud nach der Abfassungszeit der Bestandteile des Pentateuchs, oder ob die Auferstehungsgeschichte reiner Mythus oder schlaue Erfindung oder das Ergebnis von Halluzinativueu sei, wollen sie diese Fragen von frei forschenden Schulkindern lösen lassen? Oder meinen sie nur, daß es keinem Lehrer gewehrt sein soll, die Ergebnisse seiner eignen oder fremder Forschungen den Schulkindern aufzutischen? Wolleu sie, daß der eine Lehrer den .Kindern Christus, der zweite Hegel, der drille Schopenhauer predige? Der zuletzt genannte hat bekanntlich Hegeln als einen dnmmen Kerl und von der Regierung zum Zweck der Volksverdummung bezahlte» Charlatan hingestellt. Wolleu sie, daß Luther vom Lehrer ^ deu Kiudern als der große Reformator uud teure Gottesmann, von ö als ein orger Ketzer, von <Z als ein Finsterling und Reaktionär dargestellt werde? Wollen sie die ohnehin überangesirenglen Kindcrlöpfe vollends durch Widersprüche zu Grunde richten uud schon zwölfjährige Knaben und Mädchen durch philosophischen Wahnsinn ins Irrenhaus bringen? Oder »vollen sie, daß die Kinder diese Widersprüche leicht nehmen uud sich über die Autvritäteu der Wissenschaft lustig machen?
Die Herren Protestiren gegen den Vorwurf, daß sie dem Volke die Religion raube» wollten. Läßt sich aber Religion lehren ohne Glaubenssätze? Giebt es außer den Katechismen der zwei großen Konfessionen »och eine dritte lehrbare Form der christlichen Religion, etwa einen egidianischeu Katechismus? Nein, es giebt nichts dergleichen, sondern nur ein Gewirr einander widersprechender Meinungen, und das ist nicht lehrbar, am wenigsten in der Kinderschule! Versuche siud zwar gemacht worden^ in Gotha, in der Schweiz sind rationalistische Reu givnshandbücher erschienen, aber diese dem gläubigen Teile der Bevölkerung auf- zuzwinge» würde keine Macht der Erde stark genng sein, und uicht einmal die Freidenker würden, wenn es sich um die Approbation eines dieser Bücher bandelte.