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Joseph Joachim der Bauerndichter
Seite
351
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Die sozialdemokratische Presse Z51

Kraft offenbart der Erzähler gleich in den erste», leidenschaftlich bewegten Kapiteln, und wie Anzengrnber, nimmt er gern Partei für die Stiefkinder des Geistes, die er liebevoll verklärt, wie z. B. den alten Götti, den unverheirateten Brnder des Waldhofbanern. Auch die Anmut seiner Frauenbilder ist sehr bemerkenswert; eine stille Passionsblume wie die Schwiegertochter der Erlcn- hvfbäurm zeichnet Joachim mit großer Innigkeit.

Die sozialdemokratische Presse.

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eit Neujahr lese ich regelmäßig zwei sozialdemotratischc Zei­tungen: denVorwärts" und dieMagdeburger Volksstimme." Eine sehr unerquickliche Lektüre! Tag für Tag Bilder des grauen Elends, Äußerungen des verbissensten Klasseuhasses und die Predigt der materialistischen Weltansicht, die freilich für die Leser aus dem Arbeiterstande durch einen falschen Optimismus einigermaßen genieß­bar gemacht wird, während sie den logischen Denker, der daran glaubt, nur in den Abgrund des allertraurigsteu Pessimismus stürzen kann. Und keine tröstliche Zugabe aus dem Schatze des Wahren, Schönen und Guten, der in den religiöse», patriotischen und ästhetischen Erinneruugeu unsers Volkes auf­gespeichert liegt! Wie sind die Millionen zu bedauern, deren tägliche Geistes- nahrnng eine der 128 sozialdemokmtischeu Zeitungen und Zeitschriften bildet, die in Deutschland erscheinen! Die Proletarier unter sich, die Armut au äußern Gütern ohne Entschädigung durch Gemütsreichtum, das ist der Gipfel der Armut! Das scheußlichste Erzeugnis dieser Presse, den Kalender, der alle dein christlichen Deutschen heiligen Eriuuerungen durch die an Reinsdvrf und Genossen verdrängt und vvn den Monarchen nnr die ermordeten erwähnt, keimen die Grenzboteuleser wohl schon nus verschiednen Zeitungen.

Und doch, wie die Dinge unn einmal liegen, muß man die svzialdemo- kratische Presse noch als eine nützliche Einrichtung betrachten, denn sie enthüllt ein Elend, das auch ohne sie vorhanden sein, aber den obern Schichten un­bekannt bleiben würde, uud ermöglicht also die Kenntnis des Übels, den ersten Schritt zur Heilung. Auch im einzelnen. stiftet sie Nutzen. Sie bringt so manches znr Kenntnis der höhcrn Behörden, was diese weder ans amtlichen Berichten noch aus den übrigen Zeitungen erfahren können. Berichte wie die

über verschiedue Versammlungen der Arbeitslosen in Magdeburg.....- die Zahl der

dortigen Arbeitslosen wird von derMagdeburgischen Zeitung" auf 1700, von derVvlksstimme" auf 8000 angegeben sncht man in Blättern der bürger-