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Friedrich Myconius
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127
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Schweizer Dichter 127

wills auch gewähret sein und so haben, und mein Wille soll hierin geschehen, Amen! Denn dieser mein Wille sucht die Ehre des göttlichen Namens, nicht meine Ehre noch Lnst."

Wir haben hier einen höchst merkwürdigen psychologischen Fall. Myeonius bezeugt ausdrücklich, daß dieses Schreiben eine so mächtige Wirkung auf ihn ausgeübt habe, als ob der Ruf:Lazare, komm heraus!" vor ihm erklungen wäre. Ju der That erholte er sich uud konnte von neuem fast alle Obliegen­heiten seines Amtes, fogar einschließlich der Visitationsreisen, erfüllen. Selbst die Stimme, die er schon eingebüßt hatte, fand sich wieder. Auch überlebte Myeouius wirklich Luther um sieben mal sieben Tage, wie es Paul Eber geunu ausgerechnet hat. Sein Schwanengesaug war ein Brief über das Ne- formativnswerk an seinen Kurfürsten, der ihm eingehend und voller Anerkennnng antwortete. Der Nutwort war noch folgenderZettul" beigelegt:So seiuo wir auch gnediglich genaigt, do sich je der Valh nach dem Willen Gottes mit euch zutragen würde, das Jr von diesem Jammertalh schaiden mustet, euer Weib uund Kinder inn gnedigen Bevelh zu habeuu. Wolten wir euch guediger Maynnng auch uit bergcnn. Datum ut in litoris."

So über das Schicksal nicht nur der von ihm mitbegründeten Kirche, souderu auch der Liebeu, die ihm im Leben am nächsten standen, beruhigt, schloß er am 7. April 1546 die Augen. Ganz Thüringen und alle Städte, die die Segnungen seines Wirkens erfahren hatten, trauerten um seinen Tod. Der berühmte neulateinische Dichter Johannes Stigelius, oslvderi-imu« nm t.öinxori.8 poÄ!>, wie ihn Lommatzsch uennt, die Zierde der Universität Jena als ihr erster Professor der Beredsamkeit, verfaßte auf ihn eine lateinische und eine griechische Grabschrift. Die beste hat er sich selbst durch sein Leben gesetzt. In der Kirchengeschichte nimmt Myeonius einen ehrenvollen Platz ein: er war eine bedeutende reformatorische Autorität weit und breit."

Schweizer Dichter

eit dem Hingange Gottfried Kellers hat sich alle Verehrnng, die man für den großen Züricher hegte, auf das Haupt seines Landsmannes Conrad Ferdinand Meyer vereinigt. In unsern litterarisch so bewegten Tagen stehen diese zwei Dichter einzig über den Parteien, und doch will jede Partei ein gut Teil von ihnen für sich beanspruchen. Wie fremd Meyer auch allem Naturalismus ist, so ist er doch bisher von dem Schicksal Paul Heyses verschont geblieben, von den