1l4
verstärkt durch die unvcrnüuftige Münzpolitik der Vereinigten Staaten, die ihren Silberprvduzenten zn Gefallen das Gold, das sie aus Europa ziehen könnten, gar nicht haben möchten. Das sei, meint der „Economist," eine ernste Mahnung für Österreichs Staatsmänner, „den Zufall zum Glück zu bändigen," d. h. die günstige Gelegenheit zn benützen und endlich einmal die Valntaregulirnng vorzunehmen, also das Papiergeld durch Gvld zu ersetzen! Ob die Goldwährung so grvße Vorzüge vor der Papierwährung habe, daß sie unbedingt angestrebt werden müsse, ist eine sehr schwierige Frage, auf die wir uns nicht einlassen wollen. Vielleicht werden in Österreich gerade nach dieser glänzenden und wohl ebenso wie das Schauergemälde des russischen Elends ein wenig iibertriebnen Schilderung des österreichischen Volkswohlstandes sehr viele fragen: ja, warum sollen wir denn unsre Guldenscheinerl mit Goldstücken vertauschen, weuu es wahr ist, daß wir mit unserm Lumpengelde immer reicher, die Deutschen aber mit ihren schönen Zwanzigmarkstücken immer ärmer geworden sind? Schöner uud verlockender ist Gold als Papier, gar keine Frage! Ob aber nützlicher als Tauschmittel — ausgenommen im Auslandsverkehr, wo es nicht entbehrt werden kann —, das läßt sich schwer entscheiden. Jedenfalls sehen wir in diesem ganz spontanen Einströmen des Goldes nach Österreich, das nicht das Werk planvoller Staatskunst ist, eine neue Bestätigung des Wortes des alten Adam Smith, daß das Geld mehr den Gütern nachläuft, als die Güter dem Gelde nachlaufen. Nonc^ nevö88g,rck/ ruus atter Mväs, bnt Aooäs 60 riot i>1v^8 <>r ziö<Z688!iri1/ run. -rttlzr m«mc^. (>VvaM c>5 Uiit,ian8, Bd. II, S. 11.) Österreich besitzt Bodenschätze, die seine Bewohner nicht ganz verbrauchen, während es andern Völkern daran fehlt; darum rennt dieser andern Völker Geld dorthin. Das ist die lehrreiche Kernwahrheit, um die sich diese ganze Betrachtung dreht.
Friedrich Myconius
von Gotthold Kreyenberg
er englische Philosoph Herbert Spencer ist in Deutschland, trotz der Verdienstvolleu Arbeiten Michelets und Fischers über ihn, als Vertreter seiner eigentümlichen Entwicklung!-- oder, da es einmal ohne Fremdwörter nicht zu gehen scheint, Evolutions- ^philosvphie verhältnismäßig noch wenig bekannt. Mehr Glück hat seine „Erziehungslehre" gehabt, seine, wie der englische Titel lautet, MuoÄlou, intsllgowick, moral imä vllMcnI. Es ist das ein „Buch der Eltern" oder eins, das wenigstens die Eltern lesen sollten, dem Hegelschen Idealismus