Vilder aus dem Universitätsleben
1.. Line Studentenaufführung
lSchluß)
o waren denn nach mannichfachem Probelesen die Männerrollen glücklich verteilt, und es begann die interessante Jagd nach dem Ewig-Weiblichen. Wir brauchten in Wallensteins Lager eine Gustel von Blasewitz und die Anfwärteriu, in Heiß Eisen eine Bäuerin und eine Gevatterin, in Svcmhild die Heldiu selbst. Diese Rolle« auch mit Dilettanten, etwa mit Schwestern und Kousinen zu besetzen, wäre doch in mancher Hinsicht gefährlich gewesen. Wir mußten alle Lockmittel anweuden uud unserm Znsammenspiel theatralische Weihe verleihen, um das große Publikum heranzuziehen.
In geheimer Sitzung durcheilten wir denn die ganze Sternenwelt des Berliner Theaterhimmels. Es wurde hin und her debattirt; jeder hatte seine besondre Schwärmerei. Schließlich kamen wir überein, den Schauspielerinnen Klara Meyer, von Meersberg, Merani, Bergmann und Golmick unsern Antrag zu Füßen zu legen.
Es wurde die schüchterne Frage aufgeworfen, ob die Damen auch unserm Ansuchen entgegenkomme!!, ob sie nicht unsre Znmutuug einfach zurückweisen würden. Zurückweisen? sagte ein Erfahrner, o Sie Kleingläubiger, was haben Sie für Menschenkenntnis! Wäre es nichts andres, so verböte ihnen schon alle Lebensklugheit, so zu handeln. Uns haben heißt die Zukuuft haben, und den Weibern liegt immer mehr an der Znkunft als an der Vergangenheit. Sie werden sich freuen, mit uns zusammen zu wirken, kindisch freuen, denn hier finden sie, was sie oft vergebens suchen: richtiges Verständnis für ihre Kuust und Begeisterung für ihre Fähigkeiten!
Und er hatte Recht. Sie waren alle von bezaubernder Liebenswürdigkeit, keine lehnte ab, und alle gaben mit Bereitwilligkeit ihr Bestes inmitten der studirenden Jugend. Auch das war also geordnet.
Noch sehlten einige für uns notwendige Requisiten. Keck und kühn wandten wir uns an Hülsen und erhielten, von der königlichen Bühne die gewünschten