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Ans dein Nachlaß Scheffels nnd vischers
Reichskanzler zu nähern, wurde freundlich aufgenommen und endlich als deutfcher Konfnl nach Sniyrna geschickt. Daß er eine solche Stellung nur als Vorschule für eine Verwendung auf wichtigern Plätzen betrachtete, ist früher erwähnt worden, auch daß man in Berlin seine Wünsche nicht verstand oder nicht verstehen wollte. Versetzt wurde er uach einigen Jahren, aber nur in derselben Eigenschaft nach Algier. An beiden Orten hatte er vielfältig Gelegenheit zu interessanten Studien und benutzte diese auch, was nicht erst der Erwähnung bedarf. Mit dem erbetenen Abschied erhielt er den Rang eines Generalkonsuls und von Österreich, dessen Generalkonsulat iu Algier er eine Zeit lang geleitet hatte, einen höhern Orden, „wobei Verhältnisse früherer Jahre mögen in Betracht gezogen worden fein," meint er. Wir möchten wetten, daß dem Beamten, der diese Formen der Entschädigung für geleistete Dieuste vorgeschlagen hat, Frvbels Wirken als offiziöser Journalist in Wien gar nicht bekannt oder doch nicht erinnerlich gewesen ist! I 8V3 und 1888! Eine Zeit, die lang und ereignisreich genug ist, eine Episode, die noch lebhaft vor seinem innern Auge steht und ihm noch hochwichtig erscheint, ans dem Gedächtnis der andern zu verwischen.
Aus dem Nachlaß Scheffels und Vischers
ur wer sich selbst einmal mit den Schriften eines bedeutenden und fruchtbare): Dichters so beschäftigt hat, daß er ihm auch ein eigentlich biographisches Interesse abgewonnen hat, kann sich in die Stimmung von Herausgebern versetze«, die heutzutage den Nachlaß berühmter Männer der Öffenlichkeit zu übergeben haben. Solche Herausgeber gewinnen natürlich ein persönliches Verhältnis zu dem Verstorbenen, für sie hat jedes feiner Blättchen feine eigne Bedeutung. Es ist ihnen ein Stück aus einem großen Menschenleben, es erinnert sie an mehr oder weniger bedeutende Blätter, die vorher oder nachher von demselben Dichter der Welt übergeben wurden und Ruhm erwarben; es zeigt ihnen eine Vorarbeit oder eiuen Nachklang zu denkwürdigen Äußerungeu oder künstlerische« Thaten, und damit verlieren sie ihrem Dichter gegenüber sehr leicht die rein ästhetische Unbefangenheit. Daneben tauchen aber auch Zweifel und Befürchtungen auf, die umso peinlicher sind, je ernster die Herausgeber ihre Sache nehmen. Wir lebeu in der Zeit der Ausgrabungen, der „Waschzettellitteratnr," der Archivstudien, wir lebeu in eiuem alexandrinischeu Zeitalter, und die massenhaften