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Rußland
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Rußland

ls ich vor kurzem in dieser ZeitschrifHdie kulturfeindliche Nichtuug erörterte, die der moderne Nationalismus in Europa genommen hat, nahm ich Nußland als das Reich znm Ausgangspunkte, wo das Streben nach nationaler Gewalt die radikalste und roheste Form angeuommeu hat. Ich wies darauf hin, wie unver­züglich mit den Interessen der europäischen Kulturwelt eine Politik sei, die, nachdem Rußlaud jahrhundertelang gestrebt hat, mit Europa zu verwachsen, plötzlich grundsätzlich vom Westen abgeschwenkt hat und sich bemüht, die tausend "ngekuüpfteu Fädeu zu lösen und nötigenfalls zn zerreißen. Ich wies "uch nnf die Gefahr für Rußland selbst hin, die in der sortgesetzt Recht und ^ultnr mißachtenden Art liegt, wie nicht national russische Menscheu uud ^uge behandelt werden, und die zu einer Verfeiudnng zwischen dem russischem Staat und einem wachsenden Bruchteil seiner Einwohner geführt hat. Ich ahnte damals nicht, daß neben der Gefahr dieses Gegensatzes zwischen allem, was Ulssisch und was nichtrussisch in Rußland ist, dem Staate so bald eine andere Gefahr erMMi würde im Schoße des eignen Volkes. Eine Hungersnot von '"chr als gewöhnlicher Ansdehnnug hat ausschließlich reiurussische Vvlksgebiete ^nffen, eine Bevölkerung, die auf zwanzig Millionen Menfchen geschätzt wird.

nun zwanzig Millionen, ob weniger, der Hunger bedroht jedenfalls eiueu Moßen Teil des russischen Volkes, und zwar nicht allein für die Zeit bis znr uachsten Ernte, sondern noch drüber hinaus. Denn erstens ist bekannt, daß die ungünstigen klimatischeu Verhältnisse sowie die schlechte Erute dieses Jahres e'neu starken Aussall au rechtzeitig bestellten Wintersaaten im nächsten Jahre verursacht haben; zweitens mehreu sich die Zeugnisse dafür, daß gerade die

Greuzbotm IV 1801 li2