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Die europäische Lage
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Die europäische Lage

it alleiniger Ausnahme Rußlands, dessen Herrscher und Staats­männer sich das Schweigen ans Neigung oder aus Notwendig­keit zur Regel geinacht haben, ist iu deu letzteu Wochen wie auf ein Signal hin in allen europäischen Großstaaten teils von den leitenden Staatsmännern, teils vom Staatsoberhaupte ein Bild von der augenblicklichen Gcsamtlage entworfen worden, sodaß man nunmehr meinen sollte, das beste uud zuverlässigste Material vor sich zu habeu, sich selber ein Urteil zu bilden, das auf festem Grunde steht. Nach allen Regeln der historischen Kritik dürfte man den in diesen Reden niedergelegten Gesichts­punkten um so großem Wert beimessen, als sie von den Vertretern verschiedner Jnteressengruppm ausgehend dennoch in der Hauptsache übereinstimmen uud sich, wenu mail so sageil darf, alle über eiueu Leisten schlagen lassen. Überall tritt uns der wolkenlose Himmel, überall die seste Entschlossenheit, den Fru-den zii wahren, überall der Hinweis entgegen, wie durchaus notwendig es sei, den wirtschaftlicheil Nöten der Zeit Rechnung zu tragen. Hie und da ist dann das Gleichnis von dem wiederhergestellten Gleichgewicht aufgetaucht, das angeblich uoch eine ganz befondre Friedeusbürgschast iu sich schließt.

So ist iil all deu Programmreden, mögeil sie nun in Osnabrück, in London, iu Mailniid oder iil Wien gehalten worden sein, ein überclnstnnmcudeu- der Vorrat cm positiven Zusicheruugen enthalten, all denen sich zn jeder andern Zeit die öffentliche Meinung geuügeu lasseu würde, die aber heilte es muß doch einmal ausgesprochen werden an keiner Stelle Glanben gefnnden haben. Wie die Nngurcu fehen sich die Wissenden an, wenn sie unter einander find, die Gegner aber zögern nicht, iil dem großen Spiel der Politik dem hin- Grcnzbotcn IV 18-N litt