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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur

gebietet, da wir sie für eine anständige Zeitung halten. Bei dem andern Klüngel rechnen wir nicht ans Anstand; wir nehmen hier auch nur von ihm Notiz, nicht weil wir es für nötig hielten, unsertwegen ihm gegenüber auch nur ein Wort zu verlieren, sondern weil es auf andre ein falsches Licht werfen konnte, wenn wir ihn ohne Abfertigung ließen.

Christian Hofiuan vvu Hvfiuanswaldau. Ein Beitrag zur Litteraturgeschichte des siebzehnten Jahrhunderts von I)r. Josef Ettlinger, Halle, M. Niemeyer, 1891

Dieses Buch ist die erste eingehende Monographie über das berüchtigte Hnnpt der zweiten schlefischen Schule. Mau hat daran Anstoß genommen, diese Schule mit einem eignen Namen zu bezeichne», weil sie sich zeitlich nicht scharf von der ersten scheiden lasse und nur eine neue Entwicklungsstufe von ihr darstelle; mit Recht tritt der Verfasser in der Einleitung für den alten Namen eiin dieÄra des Schwulstes" mit ihren kühne» Metaphern, ihren gewagten Hyperbel» auf der einen, mit ihren epigrammatisch zugespitzte», nu Gegensätze» »»d scheinbaren Wider­sprüchen reichen Witzeleien auf der andern Seite, wie sie sich etwa seit der Mitte des Jahrhunderts besonders unter italienischem Einfluß entwickelt, steht wegen dieser Eigentümlichkeiten des Stiles sowohl in Hofmanswaldansgalanter Lyrik" wie in den Gryphischeu und Lohensteinischen Dramen geradezu in Gegensatz zu Opitz nnd Flemming, den Hauptvcrtretern der nüchternen ersten schlesischen Schnle. Auch der Barockstil ist nur eine ?lusartuug der Knust der Renaissance, aber hier, wie in der Dichtnng der jüngern Schlesier, ist das neue so eigentümlich, daß die Schei­dung anch in der Bezeichnung angemessen erscheint.

Nach einem knappen Überblick über Hofma»swalda»s äußere Schicksale, soweit er sich aus deu ziemlich spärlich fließende» Quellen gewinnen läßt, behandelt der Verfasser anschaulich uud ausführlich, doch ohne sich kleinlich in Nebendinge» zu verliere», Hvfmcmswaldaus Dichtungen. Die einzelnen Gattungen seiner Muse werden nach Inhalt nnd Wesen geschildert! die Übersetzungen von französischen uud italienischen Originalen, die geistlichen und ernsten wie die weltlich-erotischen Ge­dichte, dann die Epigramme und endlich die Heldenbriefe ziehen vor dem geistige» Auge des Lesers vorüber, das dabei die Diuge durch eine geschichtlich-vergleichende Brille zu sehen bekommt. Eine zusammcmfassende Bewachung des absonderlichen Stiles des Dichters und seiner Schule bringt der dritte Abschnitt des Buches, der vierte untersucht die Einwirkungen, die Hofmanswaldau erfahren hat, zuerst die einheimischen, dann die der Franzosen, der Engländer und besonders der Italiener. Ob es berechtigt war, diese Einflüsse noch einmal in einem besondern Kapitel vorzutragen, darüber ließe sich streiten sie sind alle schon vorher gestreift, znm Teil eingehend behandelt worden; in dem Aufspüren von einzelnen Anlehnungen ist der Verfasser sicher zn weit gegangen. Wenn Hofmcinswaldan von den Rosen auf deu Lippen der Geliebten, von dem Schnee, der das Haupt des Alters be-

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