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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur

Wiese ohne Ende und ohne Farveuabtöuung genialt, und nun schludrig gemalte Wiesen, wohin man blickt. Luftperspektive ist glücklich überwunden. Entweder steckt alles in einem überall gleich dicken Seenebel, oder Vordergrund, Mittelgrund und Ferne erscheinen gleich scharf in den Linien und gleich lenchtend in den Farben. Einer hat sich des Gleichnisses vom Verlornen Sohn erinnert, und mit Hnrra! stürzen sie von allen Seiten auf den Stoff los: Orgie, Schweinezucht kauu mau sich ein verlockenderes Thema denken? Mit dem MottoNur Natur" wird der Natur frech Gewalt angethan. Hier ist die ganze Nntur giftgrün, dort schnee­weiß, hier blau wie das Meer unter den Tropen, dort feuerrot oder violett, und zwar so intensiv gefärbt, wie sie nicht einmal durch gefärbte Gläser erscheint. Das Zeichnen ist nicht mehr Sache des Malers, sondern des Beschauers, der sich aus dem Gewirre Formen heraussuchen soll, wie der Rembrnndtvernichter deu Namen Bol. Da war es denn oft ergötzlich zu beobachten, wie das zum Be­wundern entschlossene Publikum näher und feruer, rechts und links trat, den Kopf so und so neigte, um. zu entdecken, ob es ein Fignrenbild oder eine Landschaft oder Gemüse vor sich habe. Einer behauptete, den besten Erfolg gehabt zu haben, als er, deu Kopf nach nnten, zwischen seinen Beinen durchschaute, ciue Stellung, in der sich bekanntlich für uus jede Aussicht vvu einer Anhöhe in eine Marine verwandelt. Aber vor zwei Bildern war auch der iu Zweifel geblieben, ob da ein Reisbrei mit Stückchen Citronenschale oder eine Herde Gänse mit gelben Schnäbeln vorgestellt sei. Die Sachen sind auf Entfernung berechnet, sagen die Anhänger der Richtung, aber es ist zu befürchten, daß sie in unerwünschtem Sinne Recht behalten werden, indem sich das Publikum, das jetzt der Knust so gnten Willen entgegenbringt, überdrüssig von ihr überhaupt fernhalten werde. Schon ist der unter dem Namen v. Miris bekannte Mitarbeiter derFliegenden Blätter" mit der gefährlichen Waffe der Schuaderhüpfelu den Impressionisten, Naturalisten, Plcinairisten zu Leibe gegangen, und so glückliche Wendnngen wieDamen, die nackt geheu, kein Mensch weiß warum?" wirke» mehr als eine Predigt. Ein Gluck, daß ausländische Maler die Sache anders fassen. Sonst müßte man be­fürchten, daß der Katzeujammer nach dem jetzigen wüsten Rausche wieder einem Klassizismus zu gute käme, der sich nn Langweiligkeit von dem der Empirczeit schwerlich unterscheiden würde.

Litteratur

Da« Geheimnis der Phantasie und des Gemüts. Reflexionen auf physiologischer Basis über eine psychologische Studie iu gcmeiuverständlicher Weise geschrieben von F. E. Gnntzel.

Leipzig, Max Spvhr (o. I.)

Nehmen wir an, der Verfasser der Sprachdummheiten käme zur Strafe für die Bosheit, mit der er die größten Stilisten derJetztzeit" geärgert hat, iu die Hölle, uud Satanas wäre wegen der Strafvollstreckung in Verlegenheit, weil er ans Erfahrung weiß, wie weuig bei einem stoischen Weisen mit Braten, Spießen ,md Zwicken auszurichten ist, so wüßten wir Wohl Rat: dem Sünder brauchte bloß