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Die Schule und die Jugendspiele
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Die schule und die Iugendspiele

s ist schon hundertmal gesagt worden und kann nicht oft genug wiederholt werden, daß unsre Jugend geistig überfüttert wird, ohne daß hinreichend Gelegenheit geboten wäre, die übermäßige, einseitige Betonung geistiger Bildung dnrch größere Pflege des Körpers und vor allem durch kräftigere Bildung des Charakters auszugleichen. Wie häufig trifft man leider auf unsern Schulen, besonders in größern Städten, jenen Typus einer bücherwälzeuden, brilleu- oder klemmer­tragenden schlaffen, blnßwaugigen Jugend, die es nicht mehr versteht und oft nnter ihrer Würde glanbt, fröhlich zu fpieleu, dafür unzeitigen Genüssen nach­trachtet und im Karteuspiel und übermäßigen Biergenuß ihre Stärke sucht!

Alle svgeucmute Überbürduug hat meist ihren Grund darin, daß der in den Unterrichtsstunden und durch häusliche Arbeite» ermattete Geist sür die Dauer uicht Stand hält und ihn bald das Gefühl überschleicht, daß ihm zu viel zugemutet werde. Für kräftige, geistig frische Schüler giebt es keine Überbürduug," viele Eltern wollen auch nichts von dieser Zeitklage wissen. Sicher, wäre den Jungen Gelegenheit geboten, sich jeden Tag eine Zeit lang gehörig auf einem frischen, grünen Rasenplatze zn tummeln, so würden der­artige Klagen bald verstummen.

Leider verkennt man noch vielfach den Wert der Bewegungsspiele in freier Luft, und ganze Lehrerkollegien weisen die Zumutung, sich mit solchen Dingen zu befassen, entschieden ab. Man meint, es komme der Schule nicht zu, anch auf die körperliche Ausbildung der Jngend Rücksicht zn nehmen. Dazu genügten allenfalls zwei bis drei Turnstunden wöchentlich, das übrige sei Sache der Familie.

Auf die Vorzüge und den Wert der Bewegungsspiele in Bezug auf Er­langung vvn körperlicher Gewandtheit, Entschlossenheit, Geistesgegenwart, geistige Frische, Sicherheit des Anges u. dgl. ist schon so oft hingewiesen worden, daß wir uns ersparen können, hier näher darauf eiuzugehen. Eine andre, wichtigere Frage ist, wie diese Vorteile der Schule zn gnte kommen können, ohne daß die Ausbildung des Geistes vernachlässigt wird.