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Quitt
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Maßgebliches und Unmaßgebliches 625

Die Leser des Romans, und ihn gelesen zn haben wird keinen gereuen, mögen selbst empfinden und entscheiden, wie viele menschliche und persönliche Teilnahme ihnen Gestalt und Geschick, Schuld und Sühne Lehuerts einzuflößen vermögen. Wohl mir wenige werden mit dem geheimen Kanzleirat Espe schmerzlich empfinden, daß der Staat in diesem Fall in seinem Recht leer ans- gegnngen sei und die Justiz das Nachsehen habe. Allein viele werden mit nns der Meinung sein, daß uns doch endlich wieder einmal andre Menschen und Schicksale vorgeführt werdeu könnten, denen wir volle Teilnahme widmen können, auch wenn unsre Dichter, wie es in der Ordnung ist, geschwvrne Feinde aller Tugend- uud Ofsiziositütsphrasen bleiben.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Neue Ideale. Unsre Beziehungen zu den germanische» Vettern im Norden, den Schweden nud Norwegern, werden von Jahr zu Jahr lebhafter und inniger; ihre litterarischen Erzeugnisse haben bei uns einen beständig wachsenden Kreis be­geisterter Frennde und Verehrer gefunden, ihre volkswirtschaftlichen und päda­gogischen Einrichtungen werden von nns studiert, ihre Länder, Gebirge »ud Meere von unsern Touristen bereist. Es ist keine Frage, dort oben herrscht ein mächtig aufstrebender Geist, eiu frischer gesunder Wettkampf ans allen Gebieten des geistigen, uud wirtschaftlichen Lebens, eiu unverkennbares Ringen nach Erhaltung und Aus­bildung der germanischen Eigenart. Das ist nns Deutscheu nicht entgangen, unsre Blicke sind in den letzten zehn Jahren mit besondrer Erwartung nach dem Norden gerichtet, und in manchem Deutschen, dem das ängstliche Liebäugeln mit Frankreich und Rußland allmählich zuwider geworden ist, hat sich der Wunsch eingestellt, mit den germanischen Stämmen auch in politischen Fragen Hand in Hand zn gehen. So schreibt uus ein Leser der Grenzbvtein

Uns Deutschen thut eiu großes nationales Ideal not, wie wir es vor 1870 in der Herstellung des deutschen Reiches hatten, ein Ideal, vor dem der Standcs- nnd Klassenegvismus wieder zurücktritt, und zn dessen Erreichung jeder, wie damals, alles einzusetzen bereit ist; solch ein ideales Ziel scheint mir zu liegen in dem Zusammenfassen der germanischen Stämme (ich denke an die Deutschen, die Nieder­länder, die Dänen und die Skandinavier) zu einer Politischen Einheit in irgend­welcher Form aus dem innern Dränge dieser Völker heraus. Es kommt ja in dem Lebeu der Völker auf ein Jahrhundert uicht an, nnd die Zeit des Strebens ist die schönste. Eine solche Einheit würde so mächtig sein, daß sie den Krieg fast unmöglich machen würde, selbst dann, wenn sie von den Rüstungen, die diese Völker heute getrennt nnterhalten, einen bedeutenden Teil zn Gunsten von Knttnr- zwecken fallen ließen. Der Panslawismus zeigt uns die Wege und zugleich die Notwendigkeit des Zusammenschließens der Germanen.