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Zum dunkeln Kapitel der Kulturgeschichte
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Das Stenogrciphiemuvcsen 613

Wenn es auf dem Wege der geordneten Unterweisung, als wenn es auf heim­lichen Umwegen erlangt würde. Die sexuelle Frage ist nun einmal die Wurzel und die Blute, der Anfang uud das Ende jeder Moral.Da jedes menschliche Leben und Daseiu seinen Ursprung in einem geschlechtlichen Verhältnis findet, kauu das letztere als das Herz der Menschheit betrachtet werden. Wird dessen Wirksamkeit erschüttert und zerstört, so leiden davon alle Glieder der Menschheit."

Nibbings Buch hat in Schweden viele Angriffe erfahren, aber cmch viel Anerkennung gefunden. Der deutschen Jugeud kann es nicht genug zum eifrigeu Studium empfohlen werden.

Das ^tenographieunwesen

cnu der weiland kaiserliche Rat nnd Stadtschreiber zu Straß­burg, Sebastian Braut, wieder unter die Lebenden träte und eine neue Ausgabe seines berühmten Hauptwerkes veranstaltete, wie würde er stauneu über die Fülle ueuer Simpel uud Gimpel, mit denen er die Bevölkerung seinesNarrenschiffcs" vermehren könnte! Er brauchte nur hineinzugreifen in die volle Narretei der Gegenwart, an jeden: Finger würde ihm ein Dutzend der wunderlichsten Narren häugen bleiben. Wie wnchtig würden z. B. die Hiebe seiner satirischen Geißel niedersausen ans die Gigerl, die Vereinskäuze, die Volapükfexe, die Zweiradhnnswürste nnd viele andre närrische Kerle mehr! Auch den Steuo- graphienarren würde er unzweifelhaft eine besoudre Ehrenstelle in seinem Narrenschiffe znwciseu.

Mau verstehe mich nicht falsch. Der Besitz stenographischer Fertigkeit ist für alle mit Schreibarbeit geplagten Menschenkinder, namentlich für alle Gebildeten so vorteilhaft, daß es Rosen nach Schiras tragen hieße, überhaupt noch Auseinandersetzungen darüber vorzunehmen. Auch ist erst vor wenigen Wochen an dieser Stelle in einem besondern Aufsatz") die Einführung der Stenographie an den höhern Lehranstalten wohlwollend besprochen worden. Aber dieser Aufsatz übergeht eiu starkes Hemmuis der Stenographie, uäm-

°y Veranlaßt durch mancherlei irrige Vermutungen in der stenographischen Fachpresse bemerken wir ausdrücklich, daß der Aufsatz in Nr. 8 ebensowenig wie der vorliegende von Dr. I. Brauns verfaßt ist. D. Red.

Grenzboten II 1391 73